Frank WedekindFRÜHLINGS ERWACHEN von Frank Wedekind
Fotos: Monika Rittershaus
Anna Graenzer als Wendla Bergmann,
Sabin Tambrea als Melchior Gabor mit Anna Graenzer,
Lukas Rüppel als Moritz Stiefel
Die vierzehnjährige Wendla brennt darauf zu erfahren, wie die Kinder zur Welt kommen. Doch ihre Mutter verweigert aus Schamgefühl sexuelle Aufklärung und näht der Tochter statt dessen vorsichtshalber ein langes Kleid. So begreift Wendla nicht was mit ihr geschieht, als der gleichaltrige Melchior sie auf dem Heuboden verführt und schwängert. Die Mutter sorgt für eine illegale Abtreibung und Wendla stirbt daran. Auch Melchiors Schulfreund Moritz ist in Not. In der Schule droht er sitzenzubleiben und seine erwachende Sexualität überwältigt ihn. Vertrauensvoll bittet er Melchiors Mutter in einem Brief um Hilfe, als die ausbleibt, sieht er gar keinen Ausweg mehr und erschießt sich. Die Lehrerkonferenz stellt als Ursache für den Selbstmord die „Aufklärungsschrift“ fest, die Melchior ihm geschrieben hatte. Melchior fliegt von der Schule und wird in die Erziehungsanstalt gesteckt, flieht und gelangt auf den Friedhof, auf dem Wendla und Moritz begraben liegen. Moritz erscheint, den Kopf unter dem Arm, und versucht, Melchior in den Tod zu locken. Doch eine geheimnisvolle Gestalt – der „vermummte Herr“ – taucht auf und bringt Melchior dazu, sich für das Leben zu entscheiden, damit er endlich erfährt, was das Leben alles zu bieten hat.

Heute wie vor 100 Jahren: Es fällt nicht leicht, erwachsen zu werden. Das Stück von Frank Wedekind wurde 1906 zum ersten Mal in Berlin gespielt . Es zeigt den schwierigen Aufbruch junger Menschen ins Leben. In Wedekinds Kindertragödie werden die Jugendlichen von den Erwachsenen mit ihren Problemen alleine gelassen. Ganz auf sich gestellt, bewegen sie sich direkt auf die Katastrophe zu.drucken