Bertolt BrechtDER KAUKASISCHE KREIDEKREIS
von Bertolt Brecht
© Joachim Fieguth
„Schrecklich ist die Verführung zur Güte“ verkündet der Balladensänger. Das Ende der Geschichte scheint ihm Recht zu geben. Der verlumpte Richter Azdak, ein wahrer Eulenspiegel, verdreht Recht zu Unrecht, damit die Gerechtig­keit zum Zuge kommt. Die Magd Grusche darf Mutter bleiben, obwohl sie keine ist. Die leibliche Mutter, die reiche Gouverneursfrau, verliert, was sie im Stich ließ und wiederhaben will – ihr Kind. Ein Märchen, am Ende des 2.Weltkrieges geschrieben, behandelt „die Tödlichkeit des mütterlichen Verhaltens, wobei der Kapitalismus nicht verborgen bleibt.“ (Bertolt Brecht)
Eine Volkstheater-Ballade über das Überleben in schlimmen Zeiten und über die richtige Unordnung im falschen Leben.

Ach, zum Tragen, spät und frühe / Ist zu schwer ein Herz aus Stein / Denn es macht zu große Mühe / Mächtig tun und böse sein.

Durchdacht, konzentriert und spannend. Die Darsteller überzeugen mit vergnügtem Nachdruck als farbig und genau gezeichnetes Ensemble. Dieter Montag agiert als schlitzohriger Richter Azdak wohltuend zurückhaltend und gönnt sich bloß beim Wodkatrinken deftiges Gebrüll. Die famose junge Anna Graenzer glänzt als beherzt-gerissene wie mitfühlend selbstlose Magd Grusche. Frankfurter Allgemeine Zeitung

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