Am Ende ist die Bühne genauso leer wie am Anfang Botho Strauß

Thomas Bernhard
WITTGENSTEINS NEFFE
Eine Freundschaft (1982)Es liest Hermann Beil
Den Wahnsinn muß man nicht als eine Krankheit ansehen,
warum nicht als eine plötzliche - mehr oder weniger plötzliche - Charakteränderung?
Ludwig WittgensteinSonntag, 12. Februar 2012, 19.30 Uhr auf der Probebühne
GEORGETTE DEE - SCHÖNE LIEDERAm Flügel: Terry Truck
Georgette Dee & Terry Truck kommen mit einem neuen Programm. Der Titel lässt keinen Zweifel darüber, was die Diseuse und ihr kongenialer Lieblingspianist Terry Truck an diesem Abend zu Gehör bringen werden: „Schöne Lieder“ nämlich in Hülle und Fülle, selbstredend in einmaliger Dee-Manier interpretiert. Sehnsuchtsvoll dahin geschmachtete Balladen, wunderbare Chansons, neues Liedgut und alte Songperlen aus dem Schatzkästchen vergangener Jahre. „Deutschlands größte lebende Diseuse“ (Die Zeit) in Bestform – ein Konzerthighlight für Genießer! Montag, 13. Februar 2012, 20.00 Uhr
Zum 175. Todestag Georg Büchners
JÜRGEN HOLTZ liest LENZ
von Georg Büchner"Es war finster geworden, Himmel und Erde verschmolzen in eins. Es war, als ginge ihm was nach und als müsse ihn was Entsetzliches erreichen, etwas, das Menschen nicht ertragen können, als jage der Wahnsinn auf Rossen hinter ihm. Endlich hörte er Stimmen; er sah Lichter, es wurde ihm leichter. Man sagte ihm, er hätte noch eine halbe Stunde nach Waldbach..." Die wesentliche Quelle für Büchners Erzählung ist der Bericht des Pfarrers Johann Friedrich Oberlin über dessen Begegnung mit dem Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz. Nach langer Wanderung erscheint im Winter 1778 Lenz bei Oberlin in einem abgelegenen Vogesental mit allen Anzeichen einer psychotischen Erkrankung. Als Lenz’ Zustand sich dramatisch verschlechtert, läßt Oberlin den Dichter schließlich nach Straßburg bringen. Büchner entwirft eine faszinierende Innensicht auf die wahnhaften Bewusstseinszustände des „unglücklichen Poeten.“ Sonntag, 19. Februar 2012, 11.00 Uhr auf der Probebühne
Buchpremiere!
JUTTA HOFFMANN,
SCHAUSPIELERINOb selbstbewusst-kämpferisch in „Karla“, schwärmerisch in „Lotte in Weimar“ oder naiv und trotzdem unabhängig in „Der Dritte“: Jutta Hoffmann begeistert mit ihrer enormen Vielseitigkeit und Ausdruckskraft das Filmpublikum seit über 50 Jahren. Auch am Theater brilliert sie in klassischen wie in modernen Rollen, als „Minna von Barnhelm“ oder Rosa Luxemburg in „Verratenes Volk“. Nationale und internationale Preise belegen ihre Klasse ebenso wie die Wahl zur besten Schauspielerin der DDR in einer Kritiker-Umfrage. Die Biographie „JUTTA HOFFMANN, SCHAUSPIELERIN“ erscheint Mitte Februar in DAS NEUE BERLIN.
Mit: Jutta Hoffmann und Hermann BeilSonntag, 26. Februar 2012, 11 Uhr im Foyer
DIE MATHEMATIK DER
ANNA DEPENBUSCH
IN SCHWARZ-WEISSMit dem Album etablierte sich Anna Depenbusch fast aus dem Stand als Pop-Chansonsängerin von Format, voller Esprit, Leichtigkeit und Tiefsinn. Texte und Musik hatte sie selbst geschrieben. „Die Mathematik“ war alles andere als arithmetisches Graubrot für die grauen Zellen. Vielmehr ein hinreißender Film für die Ohren, opulent arrangiert und ungewöhnlich fantasievoll produziert. Vier Lieder wurden sogar von einem Sinfonieorchester eingespielt.
Natürlich ist das Wort vom schwarz-weiss zuerst ein Hinweis auf die Tasten. Aber in den Assoziationsräumen ihrer Fantasie war von Anfang an Platz für viel mehr: „Licht und Schatten, Optische Täuschungen, Kontraste, Streifen und Karos, Herbst und Winter, 20er-Jahre Stummfilm, Finger und Hände, Kaleidoskop, Geschichtenerzähler, Jules Verne, Ernst Haeckel, M. C. Escher.“
Mit diesem Soloalbum markiert sie ihre Position im Kosmos der singenden Pop-Damen deutscher Zunge noch einmal neu. Jetzt leuchtet sie als besonders heller, in vielen Zwischentönen schillernden Stern.
So persönlich, so intim hat man Anna noch nie gehört. Sie flüstert und pfeift („An mir ist eine kleine Ilse Werner verloren gegangen“), sie streichelt, bebt, tröstet und spottet mit ihren Tönen.
Und manchmal, wie in der „Haifischbarpolka“, huschen tatsächlich flackernde Bilder vom Cabaret der zwanziger Jahre vorbei. Dann scheint sich das Instrument unter ihren Fingern zu biegen zu atmen wie ein Akkordeon. Die Chansonnière probiert sich als Diseuse, als Erzählerin, als spannende Unterhalterin.
„Die Mathematik der Anna Depenbusch in schwarz-weiss“ ist das ebenso beeindruckende wie beschwingte Statement einer an sich und ihren Liedern gereiften Künstlerin. Mittwoch, 14. März 2012, 20 Uhr