Theater trifft Wissenschaft

EIN THEMENTAG ÜBER WISSENSCHAFT ZWISCHEN MISSTRAUEN UND VERANTWORTUNG AM 7.4.

Ausgehend von der Beschäftigung mit Brechts "Das Leben des Galilei" und Frank Castorfs Inszenierung "Galileo Galilei – Das Theater und die Pest" veranstalten das Berliner Ensemble und die Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren im Rahmen der gemeinsamen Reihe "Theater trifft Wissenschaft" am 7. April einen Thementag über Wissenschaft zwischen Misstrauen und Verantwortung. Einen Tag lang finden auf den Bühnen des Berliner Ensembles Podiumsgespräche, Workshops und ein Science Slam statt – zu Gast sind u.a.  Antje Boetius (Meeresbiologin, Deutscher Umweltpreis 2018), Hans-Jörg Rheinberger (Wissenschaftshistoriker), Uwe Ohler (Bioinformatiker) und Frank Rieger (Internetaktivist). Zum Abschluss steht am Abend im Großen Haus Frank Castorf Inszenierung "Galilei Galilei - Das Theater und die Pest" von und nach Bertolt Brecht auf dem Programm.

Wissen war noch nie so demokratisiert wie heute. Alle Autoritäten können hinterfragt werden; alle Daten stehen frei zugänglich zur Verfügung – wir leben nicht mehr in Galileos Zeiten. Wo kommt trotzdem das Misstrauen her? Wieso wird der Klimawandel trotz überwältigender Evidenz geleugnet? Woher kommt die Angst vor der Genetik? Woher die Impfgegner? Ist die Wissenschaft mitverantwortlich? Haben wir einfach Angst vor Umbrüchen? Was bringt die Zukunft? Müssen wir Sie fürchten? Lässt sich die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz noch steuern? Wer trägt die Verantwortung und wie nehmen wir sie überhaupt wahr? Können wir es überhaupt? Ja, haben wir es überhaupt je gekonnt?

Darüber streiten und sprechen renommierte Wissenschaftler, Kulturschaffende und Visionäre auf den Bühnen des Berliner Ensembles. Flankierend werden mehrere smarte und zukunftsweisende Forschungsprojekte vorgestellt, die die Welt vielleicht ein kleines bisschen besser machen, und einschlägige künstlerische Beiträge eingeflochten. Im Kontext der Diskussionen lesen SchauspielerInnen des Berliner Ensembles Texte verschiedener Theaterautoren wie Bertolt Brecht, Antonin Artaud, Friedrich Dürrenmatt und anderer zum Thema Wissenschaft.

KURATIERT VON Sibylle Baschung, Andreas Kosmider und Frank Raddatz

Eine Kooperation des Berliner Ensembles mit der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

12.00 – 13.30 UHR KLEINES HAUS
WISSENSCHAFT ALS FAKE NEWS
PODIUMSGESPRÄCH

Nach kurzen Impulsreferaten diskutieren die Meeresbiologin und Preisträgerin des deutschen Umweltpreises 2018 Prof. Dr. Antje Boetius und der frühere Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Prof. Hans Jörg Rheinberger über Vertrauensverlust in die Wissenschaft. Es soll erörtert werden, warum im Lichte einer überwältigenden Evidenz des Klimawandels in manchen Teilen der Öffentlichkeit immer noch Misstrauen gegenüber diesen Erkenntnissen besteht.

MIT Antje Boetius (Meeresbiologin, Deutscher Umweltpreis 2018) und Hans-Jörg Rheinberger (Wissenschaftshistoriker, Max Planck-Institut)
MODERATION Andreas Kosmider (Helmholtz-Gemeinschaft) und Frank Raddatz (Dramaturg Galileo Galilei)
EINTRITT FREI

 

13.00 – 17.00 UHR
WAS KANN ICH TUN?
WORKSHOPS

Begrenzte Platzzahl. Anmeldung unter: dramaturgie@berliner-ensemble.de
EINTRITT FREI

13.00 – 14.30 UHR
SPONGE CITY BERLIN

Über Chancen und Möglichkeiten eines zukunfts- und lebensgerechten Umgangs mit Wasser in Berlin informieren der Hydrologe Heiko Sieker und das Stadtentwicklungsprojekt Flussbad Berlin (www.flussbad-berlin.de).

15.00 – 17.00 UHR
GREEN CULTURE CLUBBING

Ob Clubszene oder Theater – auch der kulturelle Bereich kann Nachhaltigkeit leben bzw. feiern. Wie, erklärt der Verein clubliebe, der gemeinsam mit dem BUND Berlin Klima- und Umweltschutz in der Szene umsetzt.

 

14.00 – 15.45 UHR KLEINES HAUS
SCIENCE SLAM
ÜBERRASCHUNGEN AUS DER WELT VON MORGEN

Acht junge WissenschaftlerInnen aus der Helmholtz-Gemeinschaft und Ihrer Partnereinrichtungen stellen in siebenminütigen Präsentationen ihre Projekte zur Verbesserung der Welt vor. Verkehrssysteme, Energie, Künstliche Intelligenz, Quantencomputer, Robotik, neue Möglichkeiten der Medizin und vieles mehr.

MIT DoktorandInnen und Postdocs der Helmholtz-Gemeinschaft
MODERATION Andreas Kosmider (Helmholtz-Gemeinschaft)
EINTRITT FREI

 

16.00 – 17.30 UHR KLEINES HAUS
ALLE MACHT DEN MASCHINEN?
PODIUMSGESPRÄCH

Der Bioinformatiker Uwe Ohler und der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Frank Rieger, sprechen über die Zukunft des Internets und der Künstlichen Intelligenz. Binnen weniger Jahre hat die digitale Revolution sowohl das Antlitz der Welt als auch den Alltag jedes einzelnen grundlegend verändert. Das virtuelle Kapital beherrscht die globalisierte Ökonomie, die entfesselten Warenströme verändern die politische Landkarte. Doch schon steht die nächste Innovationswelle vor der Tür: die Integration Künstlicher Intelligenz, die die Arbeits- und Lebenswelt grundlegend verändern wird. Eine Debatte über nahe- und fernerliegende Implikationen der kommenden Technologie.

MIT Uwe Ohler (Bioinformatiker, Max Delbrück Centrum und Humboldt-Universität) und Frank Rieger (Kryptologe & Internetaktivist)
MODERATION Andreas Kosmider (Helmholtz-Gemeinschaft)und Frank Raddatz (Dramaturg Galileo Galilei)
EINTRITT FREI

 

18.00 – 24.00 UHR GROSSES HAUS / 13 –42 EURO
GALILEO GALILEI - DAS THEATER UND DIE PEST

VON UND NACH BERTOLT BRECHT MIT MUSIK VON HANNS EISLER
REGIE Frank Castorf

KARTEN

Eine Kooperation des Berliner Ensembles mit der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.