2 um acht mit Antje Boetius

DER RADIOEINS- UND FREITAG-SALON
Mo 28.02.
20:00 Uhr

Hört auf die Wissenschaft - Über den schwierigen Weg vom Erkennen zum Handeln

Einmal im Monat spricht Freitag- Verleger Jakob Augstein mit einem Gast über die Gesellschaft und ihre Zwänge, über die Mechanismen von Öffentlichkeit und Lüge, über das Verschwinden der Demokratie im Kapitalismus. Radioeins sendet live. Freitag-Verleger Jakob Augstein diskutiert mit der Meeresbiologin Antje Boetius über das angespannte Verhältnis zwischen Wissenschaft, Politik und Medien.

Wissenschaftler*innen sind derzeit gefragte Expert*innen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie oder beim Thema Klimawandel. Erkenntnisse aus der Wissenschaft führen aber nicht zwingend dazu, dass die Politik auch entsprechend agiert. Denn es gilt abzuwägen: Unterschiedliche Fachgebiete haben jeweils ihre eigene Agenda und die demokratische Umsetzung von Volkes Willen muss im besten Fall alle Faktoren berücksichtigen, Mehrheiten finden und unliebsame, aber notwendige Entscheidungen den Wähler*innen vermitteln. Die so gefundenen Kompromisse sind oft bei Weitem nicht ausreichend, um das Ruder wirklich rumzureißen. Doch auch innerhalb der Wissenschaftscommunity selbst ist man sich durchaus uneins über das Maß der Einmischung – und den richtigen Umgang mit den Medien. Die Meeresbiologin und Tiefseeforscherin Antje Boetius jedenfalls ist der Meinung, dass Wissenschaft sich einmischen muss; sie selbst wird nicht müde, an vielen Beispielen aus ihrer eigenen Arbeit auf die dramatischen Folgen der Erderwärmung für unser Ökosystem hinzuweisen. Im radioeins und Freitag Salon diskutiert „Freitag“-Verleger Jakob Augstein mit ihr über das angespannte Verhältnis zwischen Wissenschaft, Politik und Medien und darüber, was wir aus der Tiefe des Meeres für uns alle lernen können.

Meeresbiologin Prof. Dr. Antje Boetius ist Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Leiterin der Brückengruppe für Tiefseeökologie und -Technologie (AWI, Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie Bremen und MARUM Bremen) und Professorin an der Universität Bremen. Sie ist Expertin für Wissenschaft und Kultur im Anthropozän und arbeitet zu Fragen der gesellschaftlichen Transformation und ihrer Spuren in Kunst und Kultur, unter anderem auch im Rahmen des Projektes „Theater des Anthropozän“ unter der Schirmherrschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Als Wissenschaftsmanagerin schreibt und kommuniziert sie zudem über Fragen von Diversität und Chancengleichheit in der Wissenschaft, Nachhaltigkeitsstrategien und Transformationsprozesse.