Ballroom Schmitz ist ein in Vergessenheit geratenes Familienunternehmen und Phänomen. Begründer dieses Spektakels ist Bernhard „Bernie“ Schmitz, ursprünglich Tanzlehrer und Choreograf. Er betrieb im Wohnzimmer seiner Eltern einen künstlerischen Salon, der den Grundstein zu seinen Überlegungen des Ballrooms bildete. Als Vordenker auf allen möglichen Gebieten erkannte er beim Aufkommen des Rundfunks 1923 dessen grenzenlose Möglichkeiten. Die Idee für den theatralen Radioclub Ballroom Schmitz wurde geboren. Die erste Vorstellung fand im Oktober 1923 im Theater am Schiffbauerdamm statt, das damals ein Operettenhaus war. Der wöchentliche Abend wurde bald ein Renner. Hippe Musik, Literatur, Unterhaltung auf höchstem Niveau und sexuell aufgeladene Tänze waren feste Bestandteile des Programms. Die Tanzschritte – das war revolutionär – konnten zu Hause am Radiogerät live erlernt und mitgetanzt werden. 1933 fand die beliebte Veranstaltung dann ein jähes Ende. Wie alle damaligen Rundfunkpioniere musste Bernhard Schmitz mit seiner Familie untertauchen. Seine Spur verliert sich und es ist rätselhaft, wie es möglich war, die Sendung und die Kultur des Ballrooms bis heute weiterzuführen. Tatsache ist, dass ununterbrochen gesendet wurde. Das Berliner Ensemble ist erfreulicherweise und durch die engagierte Vermittlung des Schmitz-Forschers Dr. Schliemann in der Lage, den Ballroom Schmitz erstmals wieder auf der Originalbühne auferstehen zu lassen. Bestandteil des Ballrooms sind auch heute wieder Familienmitglieder, Weggefährten aber auch aufwendig recherchierte Choreografien, Musikstücke und Devotionalien.

Barbara Bürk wurde 1965 in Köln geboren. Sie studierte Regie und arbeitete zunächst als Schauspielerin, dann als Regieassistentin. Es folgten eigene Inszenierungen u.a. in Stuttgart, Basel, Hannover und Dresden. Im Deutschen Schauspielhaus Hamburg inszenierte sie gemeinsam mit Clemens Sienknecht Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie, das 2016 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.

Clemens Sienknecht wurde 1964 in Hamburg geboren. Abgebrochene Studien und erfolglose Versuche, mit Bands reich zu werden, gipfelten im Rauswurf aus der Gala-Kapelle von Vicky Leandros. Es folgten Engagements als Musiker an Theatern von Kiel bis Zürich. Seit 1993 besteht eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Christoph Marthaler und eigene Theaterabende entstanden in Hannover, Basel, Hamburg, Zürich und Köln.