Reihen & Extras

Hier finden Sie eine Übersicht über alle geplanten Reihen und Thementage am Berliner Ensemble in der Spielzeit 2019/20 sowie alle aktuellen Sonderveranstaltungen und Extras.

REIHEN UND EXTRAS

EINE GESPRÄCHSREIHE MIT MICHEL FRIEDMAN

Wenn die Politik keine Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit findet – könnte es an den falschen Fragen liegen? Oder an zu schnellen Antworten? An festgefahrenen politischen Schemata? Am Gordischen Knoten globaler Abhängigkeiten und Verantwortungen? An der Lagermentalität im immer diverser werdenden politischen und gesellschaftlichen Spektrum? Oder am realpolitischen Burnout der Demokratie in Zeiten gesellschaftlicher Neu- und Unordnung? Im Fokus der Veranstaltungsreihe "Friedman im Gespräch" stehen deshalb die existenziellen und politischen Themen der Gegenwart und Zukunft – sowie der Anspruch, diesen genauer auf den Grund zu gehen. Im Gespräch mit zwei Gästen aus Politik, Kunst und Wissenschaft sucht der Publizist und Philosoph Michel Friedman die Auseinandersetzung. Intensiv, kontrovers, neugierig auf emanzipatorisches Potential und eindeutige Positionierungen greift er aktuelle Debatten und Ereignisse
auf, um sie in größerem Kontext zu hinterfragen. Mehr...

EINE REIHE ZU SOLIDARITÄT(EN) UND ALLIANZEN

Solidarität ist die Zauberformel, die wieder verstärkt aufgerufen wird, wenn es darum geht, in unserer zersplitterten Welt über sozialen Zusammenhalt nachzudenken. Wie lässt sich Solidarität jenseits von Lippenbekenntnissen organisieren? Ist Solidarität das falsche Konzept, weil es von einem stärkeren und einem schwächeren Part ausgeht? Ginge es vielmehr darum, strategische Allianzen auf Augenhöhe zu bilden, um sich für gemeinsame Ziele einzusetzen? Welches sind die gemeinsamen Ziele, auf die sich verschiedene soziale Bewegungen einigen können – in einer Wettbewerbsgesellschaft, in welcher sich einzelne Individuen und Gruppen zunächst vor allem durch Selbstoptimierung behaupten müssen? Wie können feministische, antirassistische und ökologische Kämpfe mit sozialen, arbeitspolitischen und ökonomischen Kämpfen bestmöglich verbunden werden? Wie sieht inklusive Klassenpolitik aus?

EINE GESPRÄCHSREIHE MIT BERND STEGEMANN

Wenn die Aussage von Walter Benjamin zutrifft, dass das Erstarken rechter Kräfte immer die Folge einer Schwäche der politischen Linken ist, dann leben wir in einer globalen Umbruchszeit. Nachdem die Postmoderne jede Form von Solidarität aufgekündigt hatte, waren überall rechte und totalitäre Bewegungen entstanden. Mit der Wahl von Donald Trump und dem Einzug der AfD in den Bundestag wurden die bedrohlichen Signale jedoch unüberhörbar und so ist seit kurzem ein neues Erwachen linker Politik zu beobachten. Doch was sind die Inhalte und Methoden einer solchen Politik, die sich einem vielfältigen Scheitern gegenübersieht? Es scheint an der Zeit zu sein, die grundlegenden Fragen für eine gerechte und offene Gesellschaft neu zu stellen. In loser Folge wird Bernd Stegemann Gäste einladen,die in kurzen Vorträgen ihre Position zur Diskussion stellen.

EINE GESPRÄCHSREIHE

Kennen Sie das Gefühl, in ihrem eigenen Leben lauter Rollen zu spielen, die Sie sich nicht selbst ausgesucht haben? Was sagt die Neuropsychologie zum Thema Entscheidungsfreiheit? Was wäre, wenn man die Quantenphysik, also die Gesetze aus der subatomaren Welt in die Makrowelt übertrüge? Wie inspirieren sich Naturwissenschaft und Kunst gegenseitig? Woher kommt das gegenwärtige Misstrauen – zum Beispiel von Klimaskeptikerinnen und -skeptikern – in wissenschaftliche Erkenntnisse, was sagt Brechts Galileo Galilei dazu und wie kann die Forschung ihrer Verantwortung unter diesen Bedingungen gerecht werden? Anhand ausgewählter Inszenierungen kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Kunstschaffenden ins Gespräch – in unregelmäßigen Abständen und Formaten. Die Reihe Theater trifft Wissenschaft ist eine Kooperation zwischen der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren und dem Berliner Ensemble, erarbeitet von Sibylle Baschung und Andreas Kosmider.

EIN THEMENTAG ÜBER DAS VERSTEHEN POLITISCHER KATEGORIEN UND RECHTER IDEOLOGIE

Was bedeutet es egentlich "rechts" zu sein? Was "links"? Allzu groß scheint die Angst, sich im Verstehen-Wollen schon schuldig zu machen und so wird leicht übersehen, dass Empörung ohne Verstehen ebenso unheilvoll ist wie Verstehen ohne Empörung. Der Thementag widmet sich deswegen dem Verstehen politischer Kategorien einerseits und dem Erstarken der Aufmerksamkeit rechter Bewegungen andererseits, auf dessen Grundlage dann gestritten, sich empört und entgegengewirkt werden kann. Mehr...

EIN MULTIPERSPEKTIVISCHER BLICK AUF 30 JAHRE NACHWENDEZEIT

Was haben die letzten dreißig Jahre mit den Menschen im Osten Deutschlands gemacht? Und von wem ist überhaupt die Rede, wenn von den Ostdeutschen gesprochen wird? Wird damit nicht vor allem Eindeutigkeit hergestellt, wo Widersprüche herrschen? Welches sind dezidiert ostdeutsche Erfahrungen? Welches die Geschichten, die bis heute kaum jemand hören will? Wie heterogen ist und war der Osten? Welche Allianzen und welche Fronten gab es vor 89 zwischen diversen sozialen Gruppierungen – auch zwischen Ost und West – und hat das was mit der Gegenwart zu tun? Wenig aufgearbeitet bleiben bis heute die Nachwendejahre, die jedoch immer mehr Aufmerksamkeit fordern, wenn es um die Frage geht, ob und warum "der Osten anders tickt". Mehr...

THEMENWOCHENENDE

Wie zeitgemäß ist Brecht heute? Oder besser: heute wieder? Anhand dreier konkreter Themenkomplexe diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Kunst Brechts Positionen in Bezug auf die Gewalt, den Kommunismus und die Ästhetik. Brecht wird zusehends unbequem. Eine Haltung, wie sie die Johanna der Schlachthöfe – "Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht" – proklamiert, verstößt in Zeiten der Moralisierung jeglicher Konflikte gegen das Toleranzgebot der Political Correctness. Brechts Behauptung, der Kommunismus wäre das Mittlere, denn seinem Wesen nach sei der jeden und alles verschlingende Kapitalismus weitaus radikaler, stellt die landläufige Meinung auf den Kopf. Das Theater revolutionierte Brecht, indem er die Bühne zum Denkraum erklärte und Spielweisen erfand, die der Verkörperung der Figur den Kampf ansagten. Das Symposium klärt, ob sich Brechts Thesen tatsächlich erledigt haben oder ein noch zu entdeckendes Unruhepotential besitzen.

EIN GEDENKTAG ZUM 75. JAHRESTAG DER BEFREIUNG VON AUSCHWITZ

"Die Wurzeln sind in den Verfolgern zu suchen, nicht in den Opfern.", schrieb Theodor W.Adorno über die Frage, wie Auschwitz geschehen konnte. So banal diese Einsicht zunächst scheint, so sehr umreißt sie doch auch Zweck und Notwendigkeit des Erinnerns und des Entdeckens der Bedingungen der Barbarei. Die zentrale Frage des Gedenkens an den 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz 1945 ist dementsprechend, wie es heute um das Bewusstsein der Gefährdung steht: Wie viel Kraft hat der Schatten von Auschwitz noch für unsere Zeit? Wie steht es um die Aufklärung? Welche Mechanismen unterwandern Humanismus und zivilisatorischen Fortschritt – und gibt es den überhaupt? Wie lässt sich das Wiederaufflammen von blindem Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus angesichts des allseitigen Versprechens des "nie wieder" erklären? Wie verhindern?

THEMENSCHWERPUNKT

Wie frei ist der Freitod? Gehört unser Leben wirklich "uns", wenn wir entscheiden es zu beenden? Im Rahmen der Inszenierung von Ferdinand von Schirachs neuem Stück Gott widmet sich das Berliner Ensemble mit einem Themenschwerpunkt dem Thema der Sterbehilfe und den sich an ihr entzündenden moralischen Grundsatzdebatten, die auch nach jahrzehntelanger medialer Öffentlichkeit nicht zur Ruhe kommen.

EINE KONZERTREIHE DES ENSEMBLES
#BEtanzorchester

In regelmäßigen Abständen gibt das BE-Tanzorchester unter der Leitung von Jörg Gollasch Konzerte zum Besten und sorgt für die akustische Verköstigung des Premierenpublikums. In wechselnden Formationen singen Ensemble-SchauspielerInnen was ihr Herz begehrt und die Gitarrenriffs hergeben – und natürlich nur die Knüller, keine Füller.