Reihen Spielzeit 2017/18

 

Berlin 3000

Eine Denkreihe über erdachte und reale Räume, Theater und Städte

Das Theater ist ein Raum, architektonisch, sozial und gesellschaftlich definiert. Ein Raum, in dem Kunst – zumindest Kultur – stattfindet. Die Stadt ist wiederum ein Ort, der kulturelle, soziale, architektonische Räume schafft – unter anderem auch – das Theater. Das Stadttheater. Menschen und Räume wirken wechselseitig aufeinander ein. So sehr der (physische) Raum für den Mensch einen Handlungsrahmen darstellt, so sehr ist der Raum selbst auch sozial konstruiert: Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen von Raum und nutzen ihn sehr verschieden.

Um dieses Wechselverhältnis von Mensch und Raum geht es in unserer Reihe zur Architektur. Immer bezogen auf unser Medium, das Theater, interessieren uns Aspekte, wie Raumproduktion, Raumsoziologie, Raumwahrnehmung, Raumaneignung – und Nutzung, Bleibestrategien und Verdrängungsmechanismen. Im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Vorträgen und Gesprächen an wechselnden Orten sollen Themen und Fragen aufgeworfen werden, wie die zur Zukunft des öffentlichen Raums, wie die zur Zukunft von Metropolen oder nach den Auswirkungen des digitalen Raums auf unser Leben.

Kuratiert von Markus Penell (O&O Baukunst), Sabrina Zwach und Valerie Göhring.

Hier finden Sie aktuelle Termine und weitere Informationen zu Berlin 3000.

 

BE-Tanzorchester

Schauspieler singen gemeinsam mit dem BE-Tanzorchester im Großen Salon

In regelmäßigen Abständen wird das BE-Tanzorchester unter der Leitung von Jörg Gollasch, Konzerte zur akustischen Verköstigung, zum Tanzen und Mitsingen zum Besten geben. Frontmänner und Frontfrauen dieser wechselnden Formationen sind allesamt Ensemblemitglieder.

 

Friedman im Gespräch

Gesprächsreihe mit Michel Friedman

In einer Zeit, in der wir unsere kulturelle und politische Gestaltungsmacht unter dem Diktat der Ökonomie fast vergessen haben, sehen wir uns mit fundamentalen Veränderungen unserer Lebenswelten konfrontiert. Mit dem Umbau der Produktionsverhältnisse durch technische Neuerungen, Digitalisierung und Globalisierung, durch Bevölkerungswachstum oder Klimawandel erfahren die sozialen wie politischen Verhältnisse weltweit enorme Transformationsprozesse. In dieser instabilen Phase des Übergangs, in der mit Krisen, Krieg und politischem Extremismus scheinbar "die Wüste wächst", ist es umso wichtiger, die Kernideen, Werte, Normen und Organisationsformen unserer Gesellschaft auf den Prüfstand zu stellen und weiterzuentwickeln.

Im Fokus der Veranstaltungsreihe "Friedman im Gespräch" stehen deshalb die existenziellen Themen der Gegenwart und Zukunft – wie soziale Gerechtigkeit, Demokratie oder Religion. Im Gespräch mit jeweils einem Gast sucht der Jurist, Publizist und Fernsehmoderator Michel Friedman die intellektuelle Auseinandersetzung mit Politikern, Künstlern, Wissenschaftlern und Experten. Intensiv, analytisch, neugierig auf emanzipatorisches Potential und eindeutige Positionierungen begibt sich Friedman im Gespräch auf Argumentationsreise, greift aktuelle Debatten auf, hinterfragt die grundlegenden metaphysischen Begriffe und Konzepte unseres gesellschaftlichen Miteinanders, um deren Widersprüche und Konfliktfelder sichtbar zu machen.

Hier finden Sie aktuelle Termine und weitere Informationen zur Reihe sowie Mitschnitte der bisherigen Gespräche.

 

Hellis Driver

Eine Serie in und um Helene Weigels Dienstwagen

Die kleine Außenspielstätte des Berliner Ensembles ist ein Traum in Rot und Silbermetallik, ein Mercedes Ponton Baujahr 1959. Im DDR-Fahrzeugbrief steht in der Rubrik "Erstanmeldung" Helene Weigel, Bert Brecht Platz 1. Der Mercedes-Ponton war also der Dienstwagen von Helli, wie Brecht die Intendantin des Berliner Ensembles zärtlich nannte.

Helli wird das Auto wiederbeleben und durch Berlin und das Berliner Umland fahren. Die Schauspielerin Annika Meier, die ab 2017 fest am Berliner Ensemble sein wird, wird Helene Weigel sein. In ihrem Auto wird sie Gäste empfangen und gemeinsam mit dem Fahrer – Hellis Driver – diese auf einer Fahrt durch Berlin begleiten. Die Gäste werden Künstler, Prominente, Politiker sein und werden Helene Weigel in ihrem Wagen erzählen, was seit ihrem Tod auf der Welt, aber auch in Berlin passiert ist. Helene Weigel wird auf diesen Fahrten vielleicht erfahren, dass die Mauer gefallen ist, dass sie tot ist, dass man heute Sushi isst und Donald Trump amerikanischer Präsident ist. Helene Weigel wird erfahren, dass es das Berghain gibt und der Palast der Republik nicht mehr steht, dass man heute chemische Drogen nimmt, rauchen verboten ist und es das Internet gibt. Helli fragt dabei aber auch universelle Themen ab: Was ist Bewegung? Was sind Räume, was ist Zeit, wie nehmen wir Zeit wahr? Die Gespräche werden aufgezeichnet und als Serie des Berliner Ensembles präsentiert.

Künstlerischer Kopf der Autoserie ist Olaf Nicolai. Der promovierte Literaturwissenschaftler zählt zu den renommiertesten bildenden Künstlern unserer Zeit. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er mit Gruppen- und Einzelausstellungen an den wichtigsten Orten des zeitgenössischen Kunstgeschehens präsent. Olaf Nicolai war sowohl auf der documenta X als auch auf den Biennalen 49 und 51 von Venedig vertreten.

 

Salon für Text und Musik

Das Wetter X Berliner Ensemble

Seit 2013 veröffentlicht das unabhängige Magazin Das Wetter Interviews, Reportagen und Kurzgeschichten, die sich, aus der subjektiven Perspektive der Autorinnen und Autoren kommend, mit der Welt, in der wir leben, beschäftigen. Ausgangspunkt kann dabei Gangsta Rap genauso wie Diskurs-Rock sein, Theater genauso wie Kino und ein Arbeiterlied genauso wie die Erzählung einer jungen Schriftstellerin. Der gemeinsame "Salon für Text und Musik" von "Das Wetter" und dem Berliner Ensemble bringt diese Herangehensweise auf die Bühne beziehungsweise an die Bar des Salons. Entstehen soll ein Abend, der sich aus verschiedenen Perspektiven mit einem zentralen Thema auseinandersetzt, das politischer oder ästhetischer Natur sein kann, aber immer akut und immer speziell. Der "Salon für Text und Musik" kombiniert eine Lesung mit einem Gespräch oder Interview sowie einem musikalischen Abschluss, um eine Balance zwischen Reflexion und Unterhaltung anzubieten.

Als Gastgeberin des Salons werden die Autorin Kat Kaufmann und die "Das Wetter"-Redaktion einen Ort zum Unterhalten und Unterhalten-werden schaffen – ein Raum, in dem sich die Bühnengäste aus Theater, Musik oder Literatur, aber auch Freunde, Fremde und neue Bekanntschaften am Ende des Tages finden können.

Hier finden Sie aktuelle Termine und weitere Informationen zum Wettersalon.