Rechtes Verschwörungsdenken

WORX-Regisseurin Marie Schwesinger beschäftigt sich in ihrer Inszenierung "Sturm auf Berlin" mit dem Gerichtsprozess gegen die sogenannte "Gruppe Reuß". Worum es dabei geht, welche Einordnungen wichtig sind und wie es ein noch laufender Prozess auf eine Theaterbühne schafft, verrät Ihnen Dramaturg Daniel Grünauer in der Audioeinführung zum Stück. 

Daniel Grünauer und Inke Johannsen | 05.05.26
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Im März 1920 steht die junge Weimarer Republik vor einer ihrer größten Herausforderungen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Inkrafttreten des Versailler Vertrags weigern sich Teile des Militärs, sich aufzulösen. Das Freikorps Marinebrigade Ehrhardt marschiert auf Berlin, um die demokratisch gewählte Regierung zu stürzen. Der sogenannte Kapp-Putsch zwingt die Reichstagsabgeordneten zur Flucht – doch ein landesweiter Generalstreik vereitelt den Staatsstreich. Rund 100 Jahre später, im August 2021, führt eine Bundestagsabgeordnete ehemalige Elite-Soldaten durch den Reichstag. Wollte diese Gruppe das Parlament gewaltsam stürmen? Seit 2024 stehen 25 Angeklagte der sogenannten Gruppe Reuß an drei Standorten vor Gericht – darunter Ex-Soldaten, eine frühere Abgeordnete und Richterin, ein Adliger sowie ein Ex-Polizist. Der dokumentarische Theaterabend untersucht, was geschieht, wenn der Staat von innen, aus Parlament, Justiz, Militär und Polizei angegriffen wird: ein Stück über Rechtsextremismus, Verschwörungserzählungen und die Fragilität der Demokratie.

Regisseurin Marie Schwesinger arbeitet an der Schnittstelle von Dokumentartheater und Journalismus. Seit 2021 recherchiert sie zu Rechtsextremismus und begleitete zahlreiche Prozesse als Prozessbeobachterin. "Sturm auf Berlin" stützt sich auf über 1200 Seiten Protokollnotizen, die Schwesinger während der laufenden Verhandlung in Frankfurt anfertigte.