Audiodeskription

Das Berliner Ensemble bietet ab November zum ersten Mal Vorstellungen mit Audiodeskription – Live-Beschreibung über Funk-Kopfhörer – für Zuschauer*innen mit Sehbehinderung an. Die Termine finden Sie ab Ende September auf dieser Seite oder in unserem Monatsspielplan. Alle Audiodeskriptions-Vorstellungen sind mit einem Kopfhörer-Icon und einem Hinweistext gekennzeichnet. Bei den Aufführungsterminen ist jeweils angegeben, ob und wann eine Tastführung vor der Vorstellung besucht werden kann und ob dogsitting für Führhundhalter angeboten wird.

Die Kopfhörer können gegen Vorlage eines Pfandes eine Stunde vor Beginn der Vorstellung entliehen werden.

Als eines von fünf Theater- und Opernhäusern in Berlin ist das Berliner Ensemble Partner des "Berliner Spielplans Audiodeskription", einem von der Lottostiftung Berlin geförderten Pilotprojekt von Förderband e.V.

Was ist der Berliner Spielplan Audiodeskription?

Der Berliner Spielplan Audiodeskription ist ein Pilotprojekt von Förderband e.V. – Kulturinitiative Berlin zur Verbesserung der kulturellen Teilhabe für blinde und sehbehinderte Menschen in Berlin. In Zusammenarbeit mit fünf Berliner Bühnen und mit Förderung der Lotto Stiftung Berlin werden ab der Spielzeit 19/20 16 Werke der Bühnenkunst mit über 40 Aufführungen live für blinde und sehbehinderte Zuschauer*innen kommentiert. Feste Theater- und Opern-Partner sind das Berliner Ensemble, das Deutsche Theater, die Deutsche Oper, der Friedrichstadt-Palast und das Theater an der Parkaue. Weitere Bühnen sind für einzelne Aufführungen geplant. Mit dem Berliner Spielplan Audiodeskription wird das erste Mal genreübergreifend und in nennenswertem Umfang eine gleichberechtigte Teilhabe an der Bühnenkultur der Hauptstadt für Blinde und Sehbehinderte möglich. Ein spezieller Besucherservice mit Tastführungen, dramaturgische Gespräche und Dogsitting für Führhundhalter werden bei einzelnen Aufführungen begleitend angeboten.

Was ist Audiodeskription?

Audiodeskription im Theater ist ein passgenau in das Gesamtgeschehen eingearbeiteter Kommentar, der blinden und sehbehinderten Zuschauer*innen die ausschließlich visuell wahrnehmbaren Elemente einer Aufführung präzise beschreibt. Visuelle Elemente sind Räume und Kostüme, aber auch körperliche, mimische und gestische Handlungen oder – wie im Musiktheater – Textpartien auf Displays.

Audiodeskription beschreibt alle visuellen Elemente, die für das Verständnis der Bühnenhandlung wichtig sind und hilft damit blinden und sehbehinderten Zuschauer*innen, innere Bilder und ein eigenes Verständnis der Aufführung zu entwickeln.

Im Unterschied zu Film und Fernsehen ist die Audiodeskription im Theater ebenso live wie die Aufführung selbst. Die Live-Audiodeskription erfolgt durch eine Person, die an einem schallisolierten Ort mit Bühnensicht sitzt und so vom Großteil des Publikums nicht bemerkt wird. Sie beobachtet die Bühne, um die Kommentare genau in die Sprech-, Handlungs- oder Musikpausen einzupassen. Dabei können die Kommentator*innen auf Veränderungen des Geschehens auf der Bühne ebenso eingehen wie – wenn nötig – auf Reaktionen des Publikums. Blinde und sehbehinderte Zuschauer*innen verfolgen sowohl das hörbare Geschehen auf der Bühne als auch die per Funkverbindung und Kopfhörer übermittelten Kommentare der Sprecher*innen. Um live und gleichzeitig präzise beschreiben zu können, müssen die Kommentare gut vorbereitet sein, weshalb die Deskriptor*innen diese vorher erarbeiten und auch von sehbehinderten und blinden Redakteur*innen auf Verständlichkeit prüfen lassen. Als Ergänzung zum Live-Kommentar wird vor den Aufführungen oft eine Tastführung angeboten, bei der die blinden und sehbehinderten Zuschauer*innen Bühnenbild, Kostüme und Requisiten ertasten können.