Nachwuchs-Förderprogramm Worx startet

Werkraum wird zum Experimentierraum für junge internationale Theatermacher:innen

Uršule Barto und Fritzi Wartenberg erhalten einjährige Residency am Berliner Ensemble

Mit Beginn der Spielzeit 2022/23 startet das Berliner Ensemble unter dem Titel WORX ein neues Nachwuchsförderprogramm, das jungen internationalen Regisseur:innen für ein Jahr lang eine Festanstellung am Berliner Ensemble bietet. Die ersten beiden Regisseur:innen des neuen Residenzprogramms sind die litauische Regisseurin Uršulė Barto und die Österreicherin Fritzi Wartenberg. Sie wurden von einer unabhängigen Jury aus über 120 Bewerber:innen ausgewählt. Beide werden im Laufe dieser Spielzeit je zwei Produktion mit Ensemblemitgliedern im Werkraum auf die Bühne bringen.

Die beiden Regisseurinnen verbindet der klare feministische Blick auf die Strukturen und Mechanismen der Welt und des Theaters. Durch die Auswahl der von ihnen inszenierten Texte und Themen wollen sie den Werkraum zu einem inspirierenden Ort zum Forschen und Experimentieren an diesen Fragestellungen machen.

Auftakt des WORX-Programms am 30. September mit "Opheliamaschine"

Zum Start von WORX inszeniert Uršulė Barto "Opheliamaschine". In Magda Romanskas postdramatischer Antwort auf Heiner Müller nimmt Ophelia Hamlets Platz ein und versucht als Autorin der eigenen fragmentierten Geschichte, als Liebende und Wahnsinnige, auf einem Schuttberg westlicher Werte und Waren, die Kontrolle über das Narrativ zu übernehmen. Es spielen die beiden neuen Ensemblemitglieder Nina Bruns und Maximilian Diehle sowie Hilke Altefrohne.

Uršulė Barto wurde 1994 in Vilnius geboren und war als Regisseurin an verschiedenen Theatern in Litauen tätig. Als Regieassistentin arbeitete sie zuvor u.a. mit Yana Ross und Matthew Evans (Forced Entertainment). 2021 zeichnete das litauische Kulturministerium sie mit dem "Young Artist Prize" aus. Bartos Inszenierungen sind häufig humorvolle, feministische Klassiker-Neudeutungen und setzen sich mit weiblicher Identität innerhalb patriarchaler Weltbilder auseinander sowie mit den Einflussmöglichkeiten kultureller und gesellschaftlicher Bewegungen auf hierarchische gesellschaftliche Prozesse.

Am 19. November folgt dann Fritzi Wartenbergs Inszenierung von "The Writer". Ella Hickson lässt in ihrem Stück, basierend auf eigenen Erfahrungen, eine Schriftstellerin den Status quo des Theaterbetriebs hinterfragen. Die Titelrolle wird das neue Ensemblemitglied Pauline Knof übernehmen, an ihrer Seite werden u.a. Max Gindorff und Jonathan Kempf zu sehen sein.

Fritzi Wartenberg, 1997 in Köln geboren, wuchs im österreichischen Salzburg auf. Dem Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Wien folgte der Wechsel an das Max Reinhardt Seminar, wo sie bis 2022 ein Regie-Studium absolvierte. 2020 gründete sie das feministische Theaterkollektiv "FTZN", für das sie Theatertexte schreibt und Regie führt. Mit Humor und Selbstironie untersucht Wartenberg traditionelle Strukturen und Rollenmodelle in Beziehungen, spürt eigenen Widersprüchen und gesellschaftlichen Beharrungskräften nach, um Potential für Veränderung aufzudecken.

 

Pay what you want zum Start von Worx

Pay what you want: Zum Start von WORX zahlt das Publikum im September und Oktober bei allen WORX-Vorstellungen im Werkraum erst im Anschluss an den Theaterbesuch und die Zuschauer:innen entscheiden selbst, wie viel ihnen der Abend wert ist. Weitere Informationen unter www.berliner-ensemble.de/pay-what-you-want.

 

Inszenierungen

 
"Opheliamaschine"
Von Magda Romanska
Regie: Uršulė Barto
Premiere: 30.09.2022
Werkraum
 
"The Writer"
Von Ella Hickson
Regie: Fritzi  Wartenberg
Premiere: 19.11.2022
Werkraum

 

3D design © Lucas Gutierrez

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