Höchst zerstreute Gedanken über Musik

Freundeskreis des Berliner Ensembles und Freunde & Förderer der Staatsoper Unten den Linden

Anlässlich der Wiederaufnahme von "Contes d'Hoffmann" an der Staatsoper, luden die Freunde und Förderer selbiger den Freundeskreis des Berliner Ensembles zu einer musikalisch-literarischen Matinée ein, bei der BE-Ensemblemitglied Paul Herwig einige Texte ETA Hoffmanns las und das beliebte Tilia-Quartett spielte. 

19.03.26
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Die Vernetzung innerhalb der Freundeskreise der verschiedenen Kulturinstitutionen Berlins steht immer wieder auf dem Programm des Freundeskreises des Berliner Ensembles. Sei es ein gemeinsamer Vorstellungsbesuch, ein legerer Austausch in einer Theaterkantine oder ein besonderes Event: Zum 250. Geburtstag des Wahl-Berliners E. T. A. Hoffmann widmeten sich die Freunde und Förderer der Staatsoper Unter den Linden und der Freundeskreis des Berliner Ensembles erstmals gemeinsam dem vielseitigen Künstler.

 

BE-Ensemblemitglied Paul Herwig las in einer Musik- und Literatur Matinée anlässlich der Wiederaufnahme von "Les Contes d'Hoffmann" Texte von und über Hoffmann, die dessen besondere Beziehung zur Musik zeigten – zwischen Fantasie, Ironie und künstlerischer Ekstase. Dazwischen spielte das Tilia-Quartett der Staatskapelle Werke aus Hoffmanns musikalischer Welt. 

Namensgeber des Tilia-Quartetts ist sein „Stammsitz", die Staatsoper Unter den Linden (tilia = Linde). Hier haben sich vier Musiker:innen der Staatskapelle Berlin zum Streichquartett zusammengetan. Das Tilia-Quartett besteht seit 2005. Neben regelmäßigen Auftritten in den Konzertreihen der Berliner Staatskapelle und der Berliner Philharmonie wurde es mehrfach zu internationalen Festivals eingeladen und hat zahlreiche vielbeachtete Konzerte im In- und Ausland gegeben.

 

 

 

 

Vorgetragene Stücke 

Ferruccio Busoni (1866-1924): Einleitung des 2. Streichquartett d-Moll Op. 26
Ferruccio Busoni und Hans Pfitzner über Hoffmann
Friedrich de la Motte-Fouque über Hoffmann, "Undine"
E.T.A. Hoffmann (1776-1822): Arie der Undine aus der gleichnamigen Oper
Carl Maria v. Weber (1786-1826): "Jungfernkranz" aus dem "Freischütz"
Carl Maria v. Weber über Hoffmanns "Undine"
Carl Maria v. Weber und Hoffmann über den Brand des Berliner Schauspielhauses 1817
Joseph Haydn (1732-1809): Streichquartett Op. 20,1, Finale
Hoffmann "Ritter Gluck - eine Erinnerung aus dem Jahre 1809"
Christoph Willibald Gluck (1714-1787): "Reigen seliger Geister" aus "Orpheus und Eurydike", "Chaconne" aus "Armida", 3 Tänze aus "Don Juan"
Hoffmann über Mozart
Hoffmann "Don Juan - eine fabelhafte Begegnung, die sich mit einem reisenden Enthusiasten zugetragen"
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Streichquartett d-Moll KV 421
Hoffmann über Beethoven
Ludwig van Beethoven (1770-1827): Streichquartett Op. 95, 1. Satz
Beethoven an Hoffmann
Beethoven: Streichquartett Op. 130, Scherzo
Stefan Zweig, Sigmund Freud und Heinrich Heine über Hoffmann
Franz Schubert (1797-1828): Quartettsatz c-Moll D 703
Hoffmann über die Musik
Richard Wagner und Robert Schumann über Hoffmann
Robert Schumann (1810-1856) Streichquartett A-Dur Op. 41,3 Scherzo
Eduard Hanslick, Theodor W. Adorno und Lea Mendelssohn-Bartholdy über Hoffmann
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) Streichquartett f-Moll Op. 80, 1. Satz

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776-1822) war schon zu Lebzeiten eine Legende. Gleichermaßen umhergewirbelt von kriegerischen Zeitläuften wie von seinem unstillbaren Schaffensdrang, arbeitete der Königsberger als Jurist im Staatsdienst in Posen, Warschau und zuletzt am Berliner Kammergericht. Er wirkte als "Hauskomponist, Bühnenarchitekt und Kulissenmaler" im Bamberger Theater und in Secondas Operngesellschaft in Dresden und Leipzig. Im Berliner Schauspielhaus wurde seine Oper "Undine" zum Erfolg, von weiteren Kompositionen sind indes nur wenige erhalten. Berühmt wurde der "Gespenster-Hoffmann" durch seine mehr als 70 Erzählungen, die zwischen Traum und Wirklichkeit delirieren und gleichzeitig als messerscharf pointierte Sittenbilder die Epoche verewigen. Hoffmanns literarisches Werk und Leben beeinflusste und inspirierte Dichter und Komponisten von der Romantik bis in die Modeme: Von Schumanns "Kreisleriana" und Tschaikowskys "Nussknacker" bis hin zu Opern wie Hindemiths "Cardillac", Busonis "Brautwahl" und Offenbachs "Contes d'Hoffmann".
 

Zwei der "musikalischen Novellen" und seine Musik-Rezension erlauben uns einen Blick auf die musikalische Welt Hoffmanns. Ausgewählte Zitate und Musikstücke von Zeitgenossen sowie der Nachwelt vermitteln einen Eindruck von der Rezeption des Hoffmannschen Gesamtwerks. Angesichts dessen riesigen Umfangs muss dieser Blick zwangsläufig ausschnitthaft und fragmentarisch bleiben; in den Worten von Hoffmanns Alter-Ego, dem Kapellmeister Kreisler: "Höchst zerstreut".