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Unsichtbar, ausgebrannt, aussortiert: Eine Künstlerin kämpft zwischen Bürgergeld, Kassenschicht und Existenzangst ums Überleben. Früh Regale, später Kasse – für die Kunst bleibt keine Zeit. Mit "Die Letzten werden die Allerletzten sein" erzählt Luis August Krawen anhand der Geschichte seiner Mutter von denen, die es angeblich nicht geschafft haben – und davon, wie sich dieses (Vor-)Urteil ihnen eingeschrieben hat.
"Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer. […] Weh euch Reichen! Denn ihr habt euren Trost schon gehabt." – Lukas 6,20–26
Hartz IV, Bürgergeld, Grundsicherung. Oder: Putzen in einer Arztpraxis, im Bürokomplex, Kassieren im Bio-Supermarkt. Was tun, wenn die eigene Kunst nicht das Geld zum Leben einbringt? Wenn man unsichtbar wird für einen Markt, der nur die sieht, deren Strahlkraft hell genug ist? Im Zentrum steht eine Frau zwischen Erwerbsarbeit und künstlerischem Anspruch. Früh morgens räumt sie Regale ein, später sitzt sie an der Kasse. Die Waren ziehen vorbei, die Zeit auch. Nach acht Stunden bleibt keine Kraft für Malerei. An der Akademie wurde ihr einst vermittelt, ihre Kunst bleibe "die einer Frau". Heute zählt, was sich verkaufen lässt – und wer funktioniert. Den Tieren, die feinsäuberlich filetiert in der Fleischtheke des Biomarktes liegen, ging es zu Lebzeiten besser als ihren konventionell gehaltenen Artgenossen, aber die Arbeitsbedingungen der Angestellten unterscheiden sich nicht vom Discounter.
Mit "Die Letzten werden die Allerletzten sein" erzählt Luis August Krawen autobiografisch von seiner Mutter und von denen, die es angeblich nicht geschafft haben – und davon, wie sich dieses Urteil in Körper und Leben einschreibt.
- Luis August Krawen Regie/Bühne
- Lukas Nowak Dramaturgie