In Deutschland steigen die Mieten, hunderttausende Wohnungen fehlen. Und zwar nicht nur in Metropolen wie Berlin, sondern auch in kleineren Städten wie Paderborn, Rostock oder Tübingen. Ausgerechnet die Menschen, die diese Städte am Laufen halten, können sich das Wohnen dort kaum mehr leisten: Bus- und U-Bahnfahrer, Pflege- und Reinigungskräfte, Kellner, Polizistinnen, Erzieherinnen, Künstler.
Die Wohnungsfrage ist also längst keine soziale Randnotiz mehr. Sie entscheidet, wer in einer Stadt leben kann und wer nicht. Und sie entscheidet neuerdings auch Wahlen. Welche politischen Vorschläge liegen auf dem Tisch? Und wie könnte eine Wohnungspolitik aussehen, die die Krise nicht nur verwaltet, sondern löst?
Dr. Andrej Holm ist Sozialwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitet am Arbeitsbereich Stadt- und Regionalsoziologie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Gentrifizierung, Wohnungsversorgung und Wohnungspolitik. Darüber hinaus engagiert er sich in Berlin für das Recht auf Wohnen. Er ist seit Anfang der 1990er Jahre in zahlreichen stadt- und mietenpolitischen Initiativen aktiv und positioniert sich regelmäßig mit seiner Fachexpertise in den wohnungspolitischen Debatten Berlins.
In Kooperation mit DIE ZEIT