WORX 2026/27

Internationales Nachwuchsprogramm für junge Regie

Luis August Krawen und Piotr Pacześniak bilden den 5. Jahrgang des Regienachwuchsprogramms WORX am Berliner Ensemble

 

Luis August Krawen aus Berlin und Piotr Pacześniak aus Warschau sind in der Spielzeit 2026/27 die Regisseure des Regienachwuchsprogramms WORX am Berliner Ensemble. Als Artists in Residence bekommen sie eine Spielzeit lang die Möglichkeit, mit inhaltlicher und formaler Freiheit im Werkraum je zwei Inszenierungen zu erarbeiten, unterstützt von den Mitarbeiter:innen und Möglichkeiten eines etablierten Theaterbetriebs. Die Jury bestehend aus Anita Augustin, Theda Nilsson-Eicke, Heiki Riipinen, Lucien Strauch und Clara Topic-Matutin hat die beiden Künstler aus über 170 internationalen Bewerbungen ausgewählt.

Dank der privaten Förderung von Nikolaus und Martina Hensel kann das Förderprogramm auch in der nächsten Spielzeit fortgeführt werden. Die Ausschreibung für den kommenden Jahrgang wird im Herbst 2026 veröffentlicht.

Luis August Krawen wird als erste Arbeit mit "Die Letzten werden die Allerletzten sein" ein Stück mit autobiografischen Bezügen inszenieren, das sich mit der Prekarisierung des Bildungsbürgertums befasst und der Frage, wie sich jener Prozess in Leben und Körper einschreibt. Für seine zweite Inszenierung bearbeitet er Fassbinders Sci-Fi-Klassiker "Welt am Draht" als Erzählung über Dissoziation und Weltzerfall im Angesicht einer Gegenwart, die getrieben von technologischer Beschleunigung, neuen Kriegen und erstarkendem Autoritarismus zunehmend fremd erscheint.

Piotr Pacześniak stellt mit seiner ersten Arbeit die Frage, was es wirklich bedeutet, Europäer zu sein. In "Vanya verrückt" konfrontiert ein Millennial sowohl sich selbst als auch die Welt um ihn herum: auf der Suche nach einem einzigen Gedanken, den er bewusst als "objektiv" bezeichnen könnte. Es folgt das Dokumentartheaterstück "Lillehammer Affair", das die Ermordung des unschuldigen Ahmed Bouchikhi 1973 in Lillehammer rekonstruiert.

Ziel von WORX ist es, jungen Künstler:innen zum Beginn ihrer Karriere einen geschützten Raum für Experimente bei gleichzeitiger finanzieller Sicherheit zu bieten. Zu den bisherigen WORX-Teilnehmer:innen zählen u.a. Helene Weigel-Theaterpreisträgerin Fritzi Wartenberg, die seither kontinuierlich am Berliner Ensemble arbeitet, und Heiki Riipinen, der in dieser Spielzeit "Das Bildnis des Dorian Gray" inszenierte. 

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Luis August Krawen 

ist Regisseur, Medienkünstler und Filmemacher. In Berlin aufgewachsen, war er lange Mitglied des Jugendtheaters P14 an der Volksbühne. Am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen entdeckte er 3D-Animation als Werkzeug und arbeitet seither als visueller Künstler im Bereich Theater und Oper. Er gestaltete Videoarbeiten für Produktionen u.a. am Burgtheater Wien, Schauspielhaus Zürich, Teatro dell'Opera di Roma, Residenztheater München, Maxim-Gorki-Theater, Deutsches Theater und bei den Bayreuther Festspielen. Parallel dazu machte er noch einen Abschluss in Bühnenbild an der UdK. Erste eigene Arbeiten entstanden mit Pierrot Lunaire an der Staatsoper Hamburg sowie während einer mehrjährigen Residenz an den Münchner Kammerspielen, wo er für Nightcore erstmals als Regisseur arbeitete. Luis arbeitet an der Schwelle von Theater, Film und digitaler Kunst, thematisch zentral sind für ihn Klasse und Technologie, sowie ihre oft unsichtbaren Zusammenhänge.

Piotr Pacześniak 

ist Theaterregisseur, Dramaturg und Drehbuchautor und lebt in Warschau, Polen. Er studierte Kunstgeschichte an der Universität Warschau und Regie an der Nationalen Akademie für Theaterkunst in Krakau. Als Regisseur und Dramaturg arbeitete er mit zahlreichen Theaterinstitutionen in Polen, darunter das Dramatische Theater Warschau, STUDIO teatrgaleria, das Polnische Theater in Posen, das Adam-Mickiewicz-Theater in Tschenstochau und das Neue Theater in Łódź, wo er mit "Eine Geschichte des polnischen Volkes" sein Regiedebüt gab. In seiner Arbeit reflektiert er die Situation seiner Generation im Kontext geopolitischer, wirtschaftlicher und identitätsbezogener Veränderungen. Ihn interessiert der Mensch als Individuum in familiären, sozialen und historischen Abhängigkeiten und die Frage, wie der Spätkapitalismus unsere Beziehungen zu Familie, Nation, Europa und zum anderen prägt.

WORX powered by Nikolaus und Martina Hensel