In zahlreichen Aktionen werden unterschiedlichste Theaterkünste zelebriert. Zentral ist dabei die jährliche Botschaft einer Theaterpersönlichkeit, 1967 stammte diese z.B. von Helene Weigel, in diesem Jahr von Willem Dafoe:
"In einer Welt, die gespaltener, kontrollierender und gewalttätiger zu werden scheint, ist es unsere Aufgabe als Theatermacher:innen, zu verhindern, dass das Theater zu einer rein kommerziellen Unternehmung verkommt, die sich der Unterhaltung als Ablenkung verschrieben hat, oder dass es als vertrockneter, anstaltsmäßiger Bewahrer der Tradition endet. Stattdessen ist es unsere Aufgabe, die Stärken des Theaters zu fördern – seine Fähigkeit, Menschen, Gruppen, Kulturen zu verbinden, und vor allem, gegen den Lauf der Dinge Einspruch zu erheben ... Großes Theater fordert unser Denken heraus und macht Mut, uns vorzustellen, wonach wir streben ..."
Ziele sind das Theater in all seinen Formen weltweit zu fördern, Theatergemeinschaften und ihre Arbeit auf breiter Ebene bekannt zu machen, damit die Menschen aber auch Regierungen und Meinungsführer sich des Wertes und der Bedeutung des Theaters in all seinen Formen bewusstwerden und es unterstützen. Zuvorderst natürlich aber das Theater in all seinen Formen um seiner selbst willen zu genießen und diese Freude am Theater mit anderen zu teilen.
Bereits 1967 sagte Helene Weigel in ihrer Botschaft:
"Auch die Kunst muss in dieser Zeit der Entscheidungen eine Entscheidung treffen. Sie kann zum Instrument der Wenigen werden, die die Rolle der Schicksalsgöttinnen spielen und einen Glauben fordern, der absolut bindend sein muss, oder sie kann sich auf die Seite der Massen stellen und deren Schicksal in ihre eigenen Hände legen. Die Kunst kann die Menschheit der Rauschzustände, Illusionen und Wunder ausliefern. Die Kunst kann die Unwissenheit vergrößern, oder sie kann das Wissen vergrößern. Die Kunst kann an die Kräfte appellieren, die ihre Stärke in der Zerstörung zeigen; oder an die Kräfte, die ihre Stärke im Helfen zeigen."