1948 wurde als Antwort auf Auschwitz die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Sie verpflichtet die Welt auf den Respekt vor der Würde jedes Menschen. Wie steht es heute um diesen Respekt? Was heißt es, einen Menschen zu respektieren? Ist Respekt ein Grundrecht – oder etwas, das man sich erarbeiten muss? Kann man Respekt verwirken? Bedeutet Respekt Nähe und Anerkennung, oder Abstand und Grenzen.
Michel Friedman und Hape Kerkeling sprechen gemeinsam über Rechtsterrorismus und Rechtsextremismus in den 90er Jahren, über die Zeit nach dem Holocaust und über unsere heutige Gesellschaft.
"Nach der Vereinigung, wo alle dachten, jetzt wird alles gut, in Ost- wie in Westdeutschland […], wurde gesagt, 'das sind Einzelfälle', das Verbrennen, das Töten von Menschen durch Rechtsterroristen. 'Es gibt kein Rechtsextremismus in Deutschland.' Auch das eine Form der politischen Verdrängung", sagt Michel Friedman zu Anfang.
Sie blicken kritisch und besorgt auf das Vergessen und Verdrängen. "40 Prozent von jungen Menschen wissen nicht mehr, was Auschwitz ist." Beide Gesprächspartner sind sich einig, dass unsere Gesellschaft gerade jetzt nicht wegschauen darf, während rechtspopulistische Parteien wie die AfD überall im Land immer mehr Stimmen gewinnen. Sie sprechen darüber, dass die Gesellschaft Hoffnungsvoll sein muss und vor allem, dass jeder einzelne Handeln muss, um eine demokratische Gesellschaft zu bleiben.
Dabei tauschen sie sich über weitere Fragen aus: Warum wurde die AfD nicht verboten? Warum wird kein Antrag gestellt, um entschieden gegen solche Parteien vorzugehen?
Trotz all der Herausforderungen sind Friedman und Kerkeling überzeugt, dass es möglich ist, eine freie, demokratische Gesellschaft zu erhalten, vorausgesetzt, dass jeder einzelne Mensch Verantwortung übernimmt, aufmerksam bleibt und handelt.