Ola Mafaalani

Ola Mafaalani, 1968 geboren, ist eine syrisch-stämmige Theaterregisseurin. Im Alter von zwei Jahren zog sie mit ihrer Familie aus Syrien nach Bremen, wo sie später Film und Fernsehen studierte wie auch Anglistik, Politikwisssenschaft und Germanistik. Sie führte ihr Studium in Amsterdam fort und lebt seit 1992 in den Niederlanden. Ihre erste Inszenierung "Harige Machines" fand 1995 am Grand Theatre Groningen statt. In den folgenden Jahren arbeitete sie für Koninklijke Vlaamse Schouwburg, das Kölner Schauspielhaus und Toneelgroep Amsterdam. 2002 bis 2009 war sie Hausregisseurin des Toneelgroep Amsterdam und inszenierte in ganz Europa und den USA. 2009 übernahm sie sowohl die Künstlerische als auch die Gesamtleitung der niederländischen Theatercompanie North Netherlands Toneel in Groningen (NNT), eine der vier großen Theatercompanien in den Niederlanden, die sie bis Ende 2016 leitete. 2016 erhielt sie als jüngste niederländische Künstlerin den „Proscenium Price“ für ihre bahnbrechende Arbeit, die "das Leben ins Theater holt und Kunst in die Gesellschaft bringt". Ihre letzte Produktion Borgen, bei der die Hälfte der Zuschauer zum ersten Mal ein Theater besuchte, war ein wahrer Erfolg und wurde zum "theatrefestival" 2016 eingeladen. Neben der Adaption der dänischen Erfolgsserie für die Bühne, die acht Stunden dauerte und in dem von Mafaalani entwickelten Format "binge watching"gezeigt wurde, brachte sie immer wieder filmische Vorlagen auf die Bühne, so z.B. "Himmel über Berlin" (Wim Wenders), "A Clockwork Orange" (Anthony Burgess) oder "Reservoir Dogs" (Quentin Tarantino). Weiterhin inszenierte sie häufig Shakespeare, so z.B. "Macbeth" (2001) an der Koninklijke Vlaamse Schouwburg in Brüssel, "Der Kaufmann von Venedig" (2002) sowie "Romeo und Julia" (2004) am Toneelgroep Amsterdam und "Othello" (2002) am Schauspielhaus Köln, ebenso antike Klassiker wie Sophokles‘ "Ajax" (2000) oder Euripides‘ "Medea" (2009).