Lillehammer Affair

Dokumentartheater über den tragischen Tod eines Unschuldigen

Bertolt-Brecht-Platz 1
10117 Berlin
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Der reguläre Vorverkauf für alle Vorstellungen vom 8. Juni bis 12. Juli läuft! Unsere Theaterkasse hat montags bis samstags von 10.00 Uhr bis 18.30 Uhr für Sie geöffnet.

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Ein tödlicher Irrtum, ein unschuldiger Mann, eine längst vergessene Geschichte von erschütternder Wucht: Das Stück rekonstruiert die Ermordung des fälschlich als Terroristen vermuteten Ahmed Bouchikhis 1973 in Lillehammer als vielstimmiges Dokumentartheater. Zwischen Zeugenaussagen, Widersprüchen und Erinnerung thematisiert der Abend, wie ein einzelnes Leben von der brutalen Maschinerie der Geschichte zermalmt werden kann. 

Im Jahr 1973 wird die beschauliche norwegische Stadt Lillehammer zum Schauplatz eines fatalen Irrtums. Mossad-Agenten, die nach einem palästinensischen Anführer der Gruppe "Schwarzer September" suchen, die mit dem Anschlag auf die Olympischen Spiele in München in Verbindung steht, liquidieren einen Mann, den sie für ihr Ziel hielten. Fälschlicherweise töten sie Ahmed Bouchikhi – einen unschuldigen marokkanischen Kellner, der mit seiner schwangeren Frau auf dem Heimweg ist. 

Das Projekt beleuchtet die sogenannte Lillehammer-Affäre durch eine multiperspektivische Rekonstruktion der Ereignisse. Im Kern der Geschichte steckt eine Tragik altgriechischer Dimension: ein unschuldiger Mensch, gefangen von Kräften, die weit außerhalb seiner Kontrolle liegen – wo geopolitische Konflikte, Fehleinschätzungen und Zufälle ein Schicksal besiegeln. 

Die Inszenierung versetzt das Publikum in das Restaurant, in dem Bouchikhi einst arbeitete, und umgibt es mit Zeugenaussagen, Erinnerungen und Widersprüchen, wobei sie eine zeitlose Frage stellt: Wie kann ein einzelnes Menschenleben der gewaltigen Maschinerie der Geschichte standhalten?