Unsere Natur?

BE-Dramatiker:innen-Fonds

Am 30.4., 12.00-21.30 Neues Haus

Mitten im zweiten Lockdown, der auch Theaterautor:innen hart traf, setzte das Berliner Ensemble einen Fonds auf, um Dramatiker:innen zu unterstützen. An einem Thementag zur Gegenwartsdramatik werden nun die mit Hilfe des Fonds entstandenen Texte in kurzen szenischen Lesungen vorgestellt. Die Teilnehmer:innen diskutieren in verschiedenen Panels über die Schwierigkeiten, unsere Welt mittels Theater zu beschreiben, schreibend die Zukunft zu denken und das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Katastrophe auszuloten.
 

THEMENTAG KURATIERT VON Amely Joana Haag und Johannes Nölting

 

NEUE DRAMATIK I

12.00 – 13.30 UHR / SZENISCHE LESUNGEN

"Phädra, in Flammen" von Nino Haratischwili
"Rot" von Clemens J. Setz
"One Room (To Madness and Joy)" von Anja Hilling
"Sieres – Fragemente einer scheinbaren Aporie" von Karen Köhler

"ICH WILL MEIN LEBEN NICHT TRÄUMEN, ICH WILL ES LEBEN."

ÜBER REALITÄT SCHREIBEN, REALITÄT ÜBERSCHREIBEN

13.30 – 14.30 UHR / PODIUMSDISKUSSION

Die vielbeschworene Komplexität der Welt veranlasste schon Heiner Müller in den 1980ern zum Zweifel an der Darstellbarkeit der Welt durch das Drama. Es könne diese Vielschichtigkeit nicht mehr fassen. Doch stimmt das? Lässt sich die Welt nicht mehr erzählen? Oder anders: Was lässt sich von der Welt erzählen, beschreiben, hoffen? Und wie?

MIT Nino Haratischwili, Anja Hilling, Karen Köhler
MODERATION Johannes Nölting

NEUE DRAMATIK II

15.30 – 17.00 UHR / SZENISCHE LESUNGEN

"WWF – World Witch Forum" von Katja Brunner & Martina Clavadetscher
"Die Erfindung des letzten Mangobaums aus den Rippen eines panisch-deplatzierten Teenagers im Sommer 2055" von Julian Mahid Carly
"It’s the Darkest before the Dawn" von Juliane Kann

Zukunft schreiben

SCIENCE FICTION, UTOPIE UND DIE NAHENDE KATASTROPHE

17.00 – 18.00 UHR / PODIUMSDISKUSSION

Die "Alternativlosigkeit" der Gegenwart droht den Blick auf produktive Utopien zu verstellen: Wie können wir uns die Zukunft vorstellen, ohne resignativ auf den Weltuntergang zu warten? Welche Zukunftsbeschreibungen brauchen wir, um auch in der Gegenwart Utopien entwickeln zu können? Wieviel Warnung und wieviel Hoffnung sind fruchtbar?

MIT Katja Brunner, Julian Mahid Carly, Juliane Kann
MODERATION Andrea Thilo

NEUE DRAMATIK III

19.00 – 20.30 UHR / SZENISCHE LESUNGEN

"OLM" von Philipp Gärtner
"Dem Marder die Taube" von Caren Jeß
"Und wenn doch alles verschwindet dann bleiben wir einfach da" von Gerhild Steinbuch

MENSCH UND NATUR

SCHREIBEN IM ANTHROPOZÄN

20.30 – 21.30 UHR / PODIUMSDISKUSSION

Das "Anthropozän" beschreibt das Zeitalter des Menschen, der wesentlich in den Lauf der Natur eingreift und sich gewissermaßen über sie stellt. Also: aus der Symbiose hinaustritt und sich selbst behauptet gegen jede Zumutung natürlicher Einschränkungen. Das "Anthropozän" jedoch sägt gleichermaßen an den Lebensbedingungen des Menschen selbst. Was nun? Zurück zur Natur?

MIT Philipp Gärtner, Caren Jeß, Gerhild Steinbuch
MODERATION Bernd Ulrich

Mit freundlicher Unterstützung der

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