Das Berliner Ensemble trauert um Jürgen Holtz

Am 4. Oktober 2020 verneigten sich im Rahmen einer Matinée Freund*innen und Kolleg*innen vor Jürgen Holtz und erinnern sich musikalisch, theatralisch und lyrisch in persönlichen Geschichten an den großen Schauspieler, u.a. mit Ulrich Brandhoff, Frank Castorf, Andreas Döhler, Jutta Ferbers, Jutta Hoffmann, Sina Martens, Christopher Nell, Oliver Reese, Sabin Tambrea und Angela Winkler.

 

 

 

Das Berliner Ensemble trauert um Schauspieler Jürgen Holtz, der am 21. Juni 2020 im Alter von 87 Jahren in Berlin verstorben ist. Zuletzt stand Holtz in der Titeltrolle von Bertolt Brechts "Galileo Galilei" in der Regie von Frank Castorf auf der Bühne des Berliner Ensembles. Sein letzter öffentlicher Auftritt war bei der Dernière von "Die Dreigroschenoper" am 9. Februar 2020, wo er aufgrund seiner Krankheit leider nicht mehr selbst spielen konnte, aber zum Schlussapplaus auf der Bühne erschien.

"Jürgen Holtz war ein Ausnahmekünstler: diese knorrige Präsenz auf der Bühne, sein klarer, kritischer Geist – er hinterlässt eine schmerzhafte Lücke. Sein letzter großer Auftritt im Berliner Ensemble als Galileo Galilei bescherte uns einen der kostbaren Theatermomente, die allezeit rar waren und sind. Es war sein letztes Geschenk an das Publikum und ich bin dankbar, dass er uns allen das ermöglicht hat. ‚Spiel ist der größte Moment von Freiheit‘ hat Jürgen Holtz kurz vor der Galileo-Premiere in einem Interview gesagt. Er hat diese Freiheit, für die er sein Leben lang, auch öffentlich und unbequem, eingetreten ist, verinnerlicht. Der letzte Besuch bei Ehepaar Holtz Anfang März hat mich sehr berührt, wir hatten gemeinsame Pläne gemacht für die kommende Saison. Das Berliner Ensemble und alle seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trauern um diesen großen Schauspieler. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Katharina und seiner Familie."
Oliver Reese

Hier finden Sie einen Nachruf auf Jürgen Holtz.