Katzelmacher

von Rainer Werner Fassbinder

Some patience

More dates will follow soon.

Großes Haus
Premiere
#BEkatzelmacher

1968 schreibt Rainer Werner Fassbinder für sein Münchner Action-Theater ein Stück über eine west deutsche Jugend in einem Münchner Vorort und deren Engstirnigkeit. Während landauf, landab die 68er-Bewegung politische und ästhetische Neuanfänge fordert, bedient sich der 22-jährige Fassbinder für "Katzelmacher" einer überraschenden ästhetischen Form: Dem Volksstück. Zu Zeiten des antifaschistischen Dokumentartheaters von Peter Weiß und Peter Handkes performativ- postdramatischen Textcollagen bemüht der junge Autor und Regisseur damit ein beinahe anachronistisches Textgenre. Dieses dient Fassbinder als soziale Folie für ein politisch dringliches und aufgeheiztes Thema: Die BRD und ihre sogenannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter. Fassbinder legt mit "Katzelmacher" den Finger in die Wunde globalisierter Arbeitsmigration und rückt deren rassistische und ausbeuterische Kehrseite in den Fokus. Die Jugendlichen werden aus ihrem tristen Alltagstrott herausgerissen, als der Grieche Jorgos zu ihnen stößt. Die Anwesenheit des Fremden als Kollege und Mitbürger löst eine komplexe Gemengelage an Gefühlen und Reaktionen im kleinbürgerlichen Milieu aus: Frustration, Faszination, Abstiegsangst, Anziehung und Konkurrenz. Katzelmacher fächert die komplexen Mechanismen gesellschaftlichen Ausschlusses weit auf und fragt nach den sozioökonomischen Bedingungen eines sozialen Miteinanders in einer ungleichen Welt.

Michael Thalheimer setzt mit Katzelmacher seine Auseinandersetzung mit Mechanismen von Ausgrenzung und Gewalt fort.

Casts & Staff