Nach der Uraufführung kam der 83-jährige Schrifsteller zum Applaus selbst auf die Bühne. Zunächst zögernd, nach einer herzlichen Umarmung für Jens Harzer und Marina Galic – "kaum zu übersehen ist in diesem Moment, wie viel Dankbarkeit, Wertschätzung und Liebe Handke für die beiden empfindet" (Münchner Merkur) –, nahm Handke die Ovationen des Publikums im Salzburger Landestheater entgegen und wurde minutenlang gefeiert.
Zahlreiche Kritiken zur Uraufführung von "Schnee von gestern, Schnee von morgen" sind begeistert: Simon Strauß für die Frankfurter Allgemeine Zeitung sah "Perfektion, die einen staunend zurücklässt" und Christiane Lutz spüre für ihre Rezension in der Süddeutschen Zeitung einen "Sog, der über die Vorstellungsdauer von fast zwei Stunden nicht abreißt". Der ORF urteilt: "Harzer und Galic bewältigen die Herkulesaufgabe meisterhaft."
Und Peter Kümmel schreibt in seiner Rezension für die Wochenzeitung Zeit: "Man kann sich Marina Galic und Jens Harzer als zwei Forscher vorstellen, die die Innenwelt des Dichters durchsuchen und erstaunliche Funde machen. Harzer nützt einen langen Monolog dazu, die Weltbeobachtungen Handkes dem Publikum geradezu flehend anzupreisen, kein Marktschreier, sondern ein Marktflüsterer literarischer Kleinstsensationen: Lernt, so zu sehen wie der Dichter! Alles in allem ist der Abend ein Plädoyer dafür, weiterzuleben und sich nicht der Verzweiflung hinzugeben."
Ab 29. August ist Jossi Wielers Inszenierung mit Marina Galic und Jens Harzer im Repertoire des Berliner Ensembles zu sehen.