Panikherz: Open-Air

Beim Kultursommerfestival Berlin
Benjamin von Stuckrad-Barre
Mo 22.08.
20:00 Uhr
  • Im Rahmen des Kultursommerfestivals Berlin
Freilichtbühne Weißensee

Ob am Wasser, im Park, zwischen Hochhäusern, vor dem Museum oder auf der Straße: 90 Institutionen machen von Juni bis September öffentliche Orte Berlins zur Bühne, zur Leinwand, zur Tanzfläche. Das Berliner Ensemble zeigt als Teil des Kultursommerfestivals Berlin auf der Freilichtbühne Weißensee ein musikalisches Best-Of aus Oliver Reeses Inszenierung von Benjamin von Stuckrad-Barres Erfolgsroman "Panikherz". Das Kultursommerfestival Berlin 2022 wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und ist ein Teil von "Draussenstadt".

 

18 Jahre nach seinem Debüt "Soloalbum" schreibt Benjamin von Stuckrad-Barre sie doch, die Autobiographie, mit der keiner gerechnet hat. Ein Greatest-Hits Album, ein Best-Of: kein Soloalbum – sondern der Soundtrack eines selbstzerstörerischen Lebens. Im legendären Hotel Chateau Marmont am Sunset Boulevard schaut Stuckrad-Barre sich selbst beim Schreiben zu – und erzählt von zwanzig Jahren Nachtleben, Drogen, Ruhm und Realitätsverlust, vom Aufstehen und Hinfallen. Keine Recherche, sondern pures Leben.

"Das Kokain ließ mich Tage und Nächte manisch herumrotieren, gegen das lästige Herzrasen goss ich Alkohol drauf, schlief irgendwann vollkommen betäubt ein, dabei half das Rohypnol, das der neue, zum Heroin ratende Dealer mir mitgebracht hatte, weil, so seine fachmännische Blickdiagnose, ich auch mal wieder runterkommen müsse, zwischendurch. Wenn ich erwachte, brauchte ich eine Weile, um einen Zusammenhang herzustellen zwischen den durch die Gardinen hindurch sichtbaren Tageszeitindizien und der zuletzt erinnerten Tageszeit, ich unterschied nur mehr zwischen hell und dunkel, Tag und Nacht. Manchmal schlief ich wohl 26 Stunden, manchmal auch nur zwei, es war alles nicht so klar und sollte das auch auf gar keinen Fall werden. Aufstieg und Fall in einem Rutsch. Nur aufschreiben würde ich es halt noch müssen, irgendwann, aber natürlich erstmal bis zum letzten Kapitel durcherleben – ohne retardierenden zweiten Akt (where the slow stuff happens) direkt in die Katastrophe."