Vanya Verrückt

Von Piotr Pacześniak
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Tschechows Waffe hängt noch? Vanya hat längst abgedrückt. In "Vanya Verrückt" zerlegt ein Millennial im kompromisslosen Monolog sich selbst und ein Europa im Krisenmodus: hoffnungslos, zersplittert, überfordert. Piotr Pacześniak blickt aus polnischer Perspektive auf Identität, Spätkapitalismus und die Frage: Was heißt es heute überhaupt, Europäer zu sein? Abseits von Interrail und Auslandsemester: Worauf können wir uns noch einigen? 

Wie Tschechow so treffend bemerkte: Wenn im ersten Akt eine Waffe auf der Bühne erscheint, muss sie spätestens im dritten Akt schießen. Aber warum auf den dritten Akt warten? Das Gefühl des Endes ist bereits da. Vanya hat keine Geduld mehr. Er greift nach der Waffe und beschließt, einzugreifen. Irregeführt von einer neoliberalen Ordnung, die ihm still und leise die Hoffnung geraubt hat, verwirrt von einer Identitätspolitik, die ihn niemals mitnahm, und desillusioniert vom Versprechen eines vereinten Europas – das nun zersplittert, ängstlich und unsicher erscheint – ergreift Vanya die Initiative.  

In einem kompromisslosen Monolog konfrontiert der Millennial Vanya sowohl sich selbst als auch die Welt um sich herum: eine Welt, in der alles relativ zu sein scheint. Auf der Suche nach einem einzigen Gedanken, den er bewusst als "objektiv" bezeichnen könnte, beginnt er zu fragen, was es wirklich bedeutet, Europäer zu sein. 

In seinem Text reflektiert Regisseur und Autor Piotr Pacześniak die Situation seiner Generation – aus explizit polnischer Perspektive und im Kontext geopolitischer, wirtschaftlicher und identitätsbezogener Veränderungen. Ihn interessiert der Mensch als Individuum in familiären, sozialen und historischen Abhängigkeiten und die Frage, wie der Spätkapitalismus unsere Beziehungen zu Familie, Nation, Europa und zum Gegenüber prägt.