Drei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Kriegs rüstet Europa wieder auf. Panzer rollen an die Ostgrenze der EU, Milliarden fließen in Verteidigungsetats, junge Männer sollen wieder kämpfen lernen. Wieviel ist übrig geblieben von der Friedensordnung, seit Russland die Ukraine überfallen hat? Lässt sich Frieden nur bewahren, indem man sich auf den Krieg einstellt?
In dieser Ausgabe von ZEIT-Recherchen „Rüsten für den Frieden?“ sprechen Caterina Lobenstein und ihre Gäste Gesine Schwan und Michael Thumann über die Frage, welche Rolle militärische Aufrüstung heute für Sicherheit und Frieden spielt. Sie diskutieren, ob höhere Verteidigungsausgaben eine sinnvolle Reaktion auf neue, vom Krieg ausgehende Bedrohungen sind oder ob Aufrüstung eher ein Risiko darstellt.
Ausgangspunkt ist die veränderte sicherheitspolitische Lage seit dem russischen Angriff auf die Ukraine, die viele europäische Staaten zu einer höheren Investition in ihre Streitkräfte und Verteidigungsausgaben veranlasst hat. Der Blick richtet sich dabei aber auch auf die USA und auf die Unsicherheiten, die durch Donald Trumps außenpolitische Positionen entstehen.
Wie geht man mit Russlands Angriffskrieg um? Und warum sind Verhandlungen mit Putin kaum möglich?
Ein weiteres Thema ist die deutsche Debatte über Waffenlieferungen, Wehrpflicht und Friedenspolitik. Dabei berichten Gesine Schwan und Michael Thumann von persönlichen Erfahrungen, unter anderem in Bezug auf Friedensbewegungen in der Vergangenheit und innerparteiliche Spannungen in der SPD zum Thema Frieden.
Hören Sie hier das Gespräch vom 19. Januar 2026.