Caterina Lobenstein und ihre Gäste Christian Fuchs und Oliver Nachtwey stellen sich die Frage, wer hinter der Gruppe steht, die das Reichstagsgebäude stürmen wollte. Sie erklären, dass die Beteiligten nicht nur aus der rechtsextremen Szene kamen, sondern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, von Selbstständigen bis hin zu Akademiker:innen. Nachtwey erklärt, dass viele von ihnen sich durch eine fehlende Repräsentation durch Staat, Medien oder demokratische Institutionen verbunden fühlen würden. Besonders während der Corona-Pandemie radikalisierten sich viele Anhänger:innen durch Verschwörungserzählungen, esoterische Vorstellungen und Ideologien wie beispielsweise Qanon. Eine wichtige Rolle spielten dabei Social Media-Plattformen, wie unter anderem Telegram, worüber sich Gruppen vernetzten und Inhalte nahezu ungefiltert verbreiteten können.
Christian Fuchs und Oliver Nachtwey berichten fortlaufend von selbst geführten Interviews, Gesprächen und Umfragen mit Personen, die entweder am Sturm beteiligt oder auf Corona-Demos anwesend waren.
Außerdem thematisieren die Gesprächspartner:innen die Gruppe um Heinrich XIII. Prinz Reuß, der ein gewaltsamer Umsturzversuch vorgeworfen wird. Anschließend thematisieren sie die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Putschversuch gelingt, die von den beiden Experten als eher gering eingeschätzt wird. Dennoch sehen sie in Putschversuchen eine Gefahr, da durch die ständige Infragestellung staatlicher Institutionen und demokratischer Strukturen das Vertrauen in die Demokratie geschwächt und diese dadurch angreifbarer wird.
Abschließend geht es um die Frage, wie und ob Menschen, die sich in solchen verschwörungsideologischen Milieus radikalisiert haben, wieder für demokratische Werte erreicht werden können.