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"Emotionen dezent auf Händen tragen"

Die zwei Musiker:innen Doris Decker und Marlon Mausbach haben den Soundtrack zu Max Hopps Inszenerieung von "Warten auf'n Bus" geliefert. Wie die beiden zusammenarbeiten und wie ihre Stile ineinandergreifen, erfahren Sie hier im Interview. 

Doris Decker, Marlon Mausbach und Inke Johannsen | 26.10.26

Oliver Bukowski und Hannah Zufall haben eigens für das BE zwei neue Folgen der erfolgreichen Serie "Warten auf'n Bus" geschrieben. Ihr zwei seid als Musiker:innen hier an der Produktion beteiligt und habt für die Inszenierung gemeinsam komponiert. Wie seid ihr das Projekt angegangen?

Marlon Mausbach: Wir wollten den Vibe der wilden Brandenburger Weite einfangen und haben beispielsweose Elektrosounds mit Melodika, einsame Gesänge mit verfremdeten Kuckuckslauten, Pfeif- und  Windgeräusche mit Akkorden oder absurden Geräuschkreationen versehen.

Doris Decker: Vieles läuft unter den Dialogen und soll die Emotionen dezent auf Händen tragen.
Aber Saxofon, Gitarre und zwei Songs mit Marlons unverkennbaren Beats und Texten aus meiner Feder sind natürlich auch wieder dabei.  (Ein "Anti-Großstadt-Berlin" Hip-Hop-Track und eine Ballade über die Ungreifbarkeit der Liebe)

 

 

Habt ihr schon vorher zusammengearbeitet und wie finden eure Stile zueinander?

Marlon Mausbach: Ja, wir haben am BE schon zusammen die Musik für "Hauptmann von Köpenick" gemacht. Wir sollten das Stück aus den 1910er Jahren mit unserem Sound in die heutige Zeit katapultieren. 

Doris Decker: Max Hopps Darbietung und das Bühnenbild sind zeitlos angelegt und durch Marlons Hip-Hop-Indie-Rock-Style, vermischt mit meinem Songwriter-Kompositions-Background, ergänzen wir uns ganz gut. 

Marlon Mausbach: Bei „Hauptmann von Köpenick“ hat Doris der Hauptfigur Wilhelm einen Song maßgeschneidert, dem ich dann eine Art "Elektro-Krimi-Western"-Look verpasst habe. 

Doris Decker: Ich schicke Marlon meine Songs nur mit Klavier und Gesang (oder Instrumenten wie Saxofon/Melodika/Theremini) und er verpasst ihnen dann seinen typischen Look mit seinem speziellen Gitarren-Style. Umgekehrt suche ich dann zu seinen Tracks noch Overdubs (Melodien etc) bevor er sie fertig produziert.
Unser eingespieltes Team-Ping-Pong kam uns bei "Warten auf'n Bus" zugute, da hat zum Beispiel ein wunderschönes Gitarrenriff von Marlon den Grundstein für den Song "Running for a Bus" gelegt. Nachdem ich ihm Melodie und Text draufgesungen hatte, hat er diese umwerfend schöne Version mit Mouth-Percussion und traumhaft-sehnsüchtigen Chören daraus gemacht. Er ist ja obendrein noch ein toller Sänger.

 

Worauf habt ihr besonders Wert gelegt?

Marlon Mausbach: Auf Abwechslungsreichtum und Überraschungsmomente - auch darauf, die speziellen Visionen des Regisseurs Max Hopp umzusetzen. 

Doris Decker: Max hat einerseits sehr klare Vorstellungen davon, was er haben will, lässt sich dann aber auch immer wieder gern darauf ein, wenn uns seine "Aufträge" in eine andere Richtung tragen. Das ist eine sehr inspirierende Zusammenarbeit.

 

Seid ihr im Sinne einer Fernsehserie dabeigeblieben, eine Art Soundtrack zu entwerfen?

Doris Decker: Ja, es ist schon vergleichbar mit einem Soundtrack, Marlon arbeitet ja auch in dem Genre. 

Marlon Mausbach: Beide Folgen haben eine eigene Titelmusik und natürlich gibt es jedes Mal ein feierliches Outro.