Helene Weigel Theaterpreis für Kathrin Wehlisch und Jules Head

des Freundeskreises des Berliner Ensembles

Der Helene Weigel Theaterpreis wird in der Spielzeit 2025/26 an die Schauspielerin Kathrin Wehlisch vergeben, den Nachwuchspreis erhält Jules Head. Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis würdigt außergewöhnliche künstlerische Leistungen am Berliner Ensemble und wird bereits zum fünften Mal durch den Freundeskreis des Berliner Ensembles vergeben, der Nachwuchspreis mit 2.500 Euro Preisgeld wurde zum zweiten Mal ausgelobt. Beide Preise sind eine Hommage an Helene Weigel, die als Schauspielerin und langjährige Intendantin das Berliner Ensemble nachhaltig geprägt hat. Die Preisverleihung findet im Herbst 2026 statt.
Die Preisjury würdigt Kathrin Wehlischs eigenständiges und unverwechselbares künstlerisches Profil, das sich in dieser Spielzeit insbesondere in der Rolle des Josef K. in "K. - Ein talmudisches Tingeltangel rund um Kafkas Prozess" in der Regie von Barrie Kosky zeigte.


"Seit fast zehn Jahren prägt Kathrin Wehlisch das Haus als festes Ensemblemitglied in besonderer Weise auf und hinter der Bühne. Exemplarisch zeigt sich ihre Einzigartigkeit in der Spielzeit 2025/26 in der Rolle des Josef K. Ihr gelingt es, die erschütternde Tragik dieser Figur ebenso wie ihre groteske Komik mit großer Intensität erfahrbar zu machen. Mit außergewöhnlicher körperlicher Präsenz entfaltet sie einen eindringlichen 'Überlebenstanz' zwischen Aberwitz und existenzieller Schwere und eröffnet eine radikal neue Kafka-Lesart.", so die Begründung der Jury.


Kathrin Wehlisch studierte an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig. Nach Stationen u. a. am Theater Basel, am Deutschen Theater Berlin sowie am Schauspielhaus Hamburg ist sie seit der Spielzeit 2017/18 Teil des Berliner Ensembles. Sie wirkt zudem in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit. Am Berliner Ensemble ist sie seit Beginn in zentralen Rollen zu sehen, u. a. als Tiger Brown in "Die Dreigroschenoper", Beckmann in "Draußen vor der Tür", in der Titelrolle bei "Biedermann und die Brandstifter" oder als Sasha in "Die Verstreuten". 


NACHWUCHSPREIS FÜR WORX-REGISSEUR:IN JULES HEAD


In der Kategorie Nachwuchs wird der Helene Weigel Theaterpreis in dieser Spielzeit zum zweiten Mal vergeben. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis würdigt junge Künstler:innen am Berliner Ensemble. In der Spielzeit 2025/26 zeichnet Ensemblemitglied Kathleen Morgeneyer als Alleinjurorin WORX-Regisseur:in Jules Head aus. 


Jules Head ist Teil des vierten Jahrgangs des internationalen Regie-Nachwuchsprogramms WORX am Berliner Ensemble. Im Rahmen des Programms realisierte Jules Head die Stückentwicklung "Das Schloss oder Wir müssen uns K. als einen glücklichen Menschen vorstellen" von Georgie Bruce sowie die Uraufführung "Das Archiv der Träume" von Carmen Maria Machado, über die Alleinjurorin Kathleen Morgeneyer schreibt:  


"Es geht um Gewalt in lesbischen Beziehungen, um Erinnerung und die tiefe Zurückweisung, die ein Mensch erfahren kann. In dieser Tiefe bewegt sich die Inszenierung von Jules Head. Der Rhythmus dieses Abends ist fantastisch. In einem sehr einnehmenden, bewussten Erzählton begeben sich die beiden Schauspielerinnen Amelie Willberg und Amal Keller in diesen Sog, in dem alles sichtbar wird und nichts im Dunkeln bleibt. Dabei entsteht ein Erinnerungsraum, der das Publikum unweigerlich in eigene Bilder, Fragen und Erinnerungen zieht. Nach diesem Abend verlässt man das Theater beglückt und zugleich erschüttert – und mit dem Gefühl, etwas neu gesehen zu haben."


Nominierungsvorschläge für den Helene Weigel Theaterpreis konnten durch die Mitglieder des Freundeskreises des Berliner Ensembles eingereicht werden. Die Entscheidung traf eine dreiköpfige Jury auf Grundlage der eingegangenen Nominierungen und der Vergabekriterien. Die Jury bestand aus Rebecca Lyson (Vorstand Freundeskreis des Berliner Ensemble e.V.), Amely Joana Haag (Dramaturgie, Berliner Ensemble) und Prof. Dr. Matthias Warstat (Institut für Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin). Das Preisgeld des Hauptpreises wird vom Vorstandsmitglied des Freundeskreises Dr. Daniel Weiß gestiftet. Die bisherigen Preisträger:innen waren Stefanie Reinsperger, Fritzi Wartenberg, Max Gindorff und Tena Štivičić. 


Der Helene Weigel Theaterpreis in der Kategorie Nachwuchs richtet sich an Künstler:innen bis 35 Jahre, die durch eine herausragende Leistung in einer Eigen- oder Koproduktion des Berliner Ensembles aufgefallen sind. Über die Vergabe entscheidet ein vom Vorstand berufenes Ensemblemitglied unabhängig und als Alleinjuror:in unter Berücksichtigung der Vergabekriterien. Diese Funktion übernahm in den vergangenen beiden Spielzeiten Kathleen Morgeneyer.


Die Trophäen werden von der Berliner Designerin Julia Neller gestaltet.


Mit freundlicher Unterstützung des Bundesverbands Schauspiel e.V. (BFFS).
 

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