Im April 2025 feierten Mateja Koležnik und ihr Team mit "Drei Schwestern" von Anton Tschechow Premiere. Die Regisseurin verlegte das Setting mitten hinein in eine Kaserne: Während die Schwestern einander beraten, verurteilen oder trösten, laufen immer wieder Soldaten durch die Szene, tragen Waffen oder Munitionskisten am Küchentisch vorbei oder feiern ausgelassen im Hintergrund. Der bei Tschechow vor der Tür stehende Krieg hat hier bereits Einzug in die Privatsphäre gehalten.
Nun wird die Produktion mit dem Friedrich-Luft-Preis ausgezeichnet, der jährlich von der Berliner Morgenpost und Deutschlandfunk Kultur ausgelobt und mit 7.500 Euro dotiert ist. Der Preis ehrt die beste Inszenierung aus Berlin oder Potsdam einer Spielzeit.
"Mit ihren 'Drei Schwestern' ist es Mateja Koležnik gelungen, Tschechows bürgerliche Dekadenz mit der Angst zu infizieren, die in unseren Tagen um sich greift – angesichts eines eskalierenden Kriegsgeschehens in europäischer Nachbarschaft, aber auch im Hinblick auf die Wahlergebnisse im eigenen Land. Ihre 'Drei Schwestern' sitzen nicht an einem Küchentisch in einer namenlosen Provinzstadt. Sie sitzen in unseren Wohnzimmern. Das ist es, was diesen von großen Schauspielerinnen und Schauspielern getragenen, atmosphärisch stimmigen Abend herausragend macht. Die Jury des Friedrich-Luft-Preises würdigt ihn mit der Auszeichnung für die beste Inszenierung 2025/26", so die Begründung der Berliner Morgenpost.