HEIMAT! Friedman im Gespräch mit Juli Zeh

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Ist Heimat eine Phantasie? Eine Ideologie? Eine unvermeidbare Notwendigkeit? Oder Sehnsucht? Ist die aktuelle Fokussierung auf Heimat der Gegenentwurf zum digital-globalen Nomadentum? Ein Zuhause für die seelische Obdachlosigkeit des modernen Individuums? Oder ist Heimat ein erinnerungssatter Phantomschmerz, mit dem wir den Verlust unserer Vertreibung aus dem Paradies der Kindheit in eine utopische Suche nach Identität verwandeln? Und ist die Heimat des einen gleichzeitig die Ausgrenzung des anderen?

Juli Zeh ist Autorin. Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften in Passau und Leipzig sowie Auslandsaufenthalten in New York und Krakau erschien 2001 ihr Debütroman Adler und Engel, welcher zu einem Welterfolg wurde und u.a. den Deutschen Bücherpreis erhielt. Ihre Romane wurden mittlerweile in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh lebt in Brandenburg und entwirft in ihrem letzten Roman Unterleuten ein Gesellschaftspanorama auf dem Land. Immer wieder nimmt sie kritisch zu Zeitfragen Stellung, zuletzt zum deutschen Bundestagswahlkampf.

In einer Zeit, in der wir unsere kulturelle und politische Gestaltungsmacht unter dem Diktat der Ökonomie fast vergessen haben, sehen wir uns mit fundamentalen Veränderungen unserer Lebenswelten konfrontiert. Mit dem Umbau der Produktionsverhältnisse durch technische Neuerungen, Digitalisierung und Globalisierung, durch Bevölkerungswachstum oder Klimawandel erfahren die sozialen wie politischen Verhältnisse weltweit enorme Transformationsprozesse. In dieser instabilen Phase des Übergangs, in der mit Krisen, Krieg und politischem Extremismus scheinbar "die Wüste wächst", ist es umso wichtiger, die Kernideen, Werte, Normen und Organisationsformen unserer Gesellschaft auf den Prüfstand zu stellen und weiterzuentwickeln.

Im Fokus der Veranstaltungsreihe "Friedman im Gespräch" stehen deshalb die existenziellen Themen der Gegenwart und Zukunft – wie soziale Gerechtigkeit, Demokratie oder Religion. Im Gespräch mit jeweils einem Gast sucht der Jurist, Publizist und Fernsehmoderator Michel Friedman die intellektuelle Auseinandersetzung mit Politikern, Künstlern, Wissenschaftlern und Experten. Intensiv, analytisch, neugierig auf emanzipatorisches Potential und eindeutige Positionierungen begibt sich Friedman im Gespräch auf Argumentationsreise, greift aktuelle Debatten auf, hinterfragt die grundlegenden metaphysischen Begriffe und Konzepte unseres gesellschaftlichen Miteinanders, um deren Widersprüche und Konfliktfelder sichtbar zu machen.

Weitere Informationen zur Gesprächsreihe "Friedman im Gespräch" sowie Audiomitschnitte früherer Ausgaben finden Sie hier.