Friedman im Gespräch

Eine Gesprächsreihe mit Michel Friedman im Berliner Ensemble

In einer Zeit, in der wir unsere kulturelle und politische Gestaltungsmacht unter dem Diktat der Ökonomie fast vergessen haben, sehen wir uns mit fundamentalen Veränderungen unserer Lebenswelten konfrontiert. Mit dem Umbau der Produktionsverhältnisse durch technische Neuerungen, Digitalisierung und Globalisierung, durch Bevölkerungswachstum oder Klimawandel erfahren die sozialen wie politischen Verhältnisse weltweit enorme Transformationsprozesse. In dieser instabilen Phase des Übergangs, in der mit Krisen, Krieg und politischem Extremismus scheinbar "die Wüste wächst", ist es umso wichtiger, die Kernideen, Werte, Normen und Organisationsformen unserer Gesellschaft auf den Prüfstand zu stellen und weiterzuentwickeln.

Im Fokus der Veranstaltungsreihe "Friedman im Gespräch" stehen deshalb die existenziellen Themen der Gegenwart und Zukunft – wie soziale Gerechtigkeit, Demokratie oder Religion. Im Gespräch mit jeweils einem Gast sucht der Jurist, Publizist und Fernsehmoderator Michel Friedman die intellektuelle Auseinandersetzung mit Politikern, Künstlern, Wissenschaftlern und Experten. Intensiv, analytisch, neugierig auf emanzipatorisches Potential und eindeutige Positionierungen begibt sich Friedman im Gespräch auf Argumentationsreise, greift aktuelle Debatten auf, hinterfragt die grundlegenden metaphysischen Begriffe und Konzepte unseres gesellschaftlichen Miteinanders, um deren Widersprüche und Konfliktfelder sichtbar zu machen.

 

21.6., 20.00 Uhr Grosses Haus
Nazi! mit Harald Welzer

Gab es je eine Zeit nach der Befreiung vom Nationalsozialismus, in der es in Deutschland keine Nazis gab? In Ost und West? Was ist also ein Nazi? Wo verläuft die Grenze zwischen Rechtsextremisten und Nazis? Oder handelt es sich um ein Synonym? Muss eine Demokratie Nazis aushalten? Wie damit umgehen? Schon Bertolt Brecht ergänzte seine Hitler-Parabel "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" Jahre nach dem Krieg um den Satz: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch." Warum ist das heute noch immer so? Darüber spricht Michel Friedman am 21.6. mit Harald Welzer.