Stories from Exile #1

KUNST ODER POLITIK? EIN SZENISCHER SELBSTWIDERSPRUCH
Pavlo Arie
Fr 16.09.
19:00 Uhr
Sa 17.09.
18:30 Uhr
So 18.09.
15:00 Uhr

Verändert das Leben im Exil die Kunst?

Der ukrainische Dramatiker und Konzeptkünstler Pavlo Arie, u.a. Chefdramaturg des Left Bank Theatres in Kyiv, eröffnet ab Mitte September unter dem Titel Stories from Exile einen Kultursalon.

Ausgehend von Bertolt Brecht, der von 1933 bis 1948 im Exil lebte, sind unterschiedliche Exil-Künstler:innen eingeladen, Brechts Texte und Ideen weiterzuschreiben und somit eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen. Gemeinsam mit ihnen und Schauspieler:innen des Berliner Ensembles entwickelt Arie jeweils ein halbstündiges Programm, das ab dem 16. September bei freiem Eintritt immer freitags, samstags und sonntags vor den Vorstellungen im Gartenhaus zu sehen ist.

Es wird gespielt, musiziert und improvisiert – ein Salon für Kunst und Rendezvous.

Zum Auftakt beschäftigt sich Arie ausgehend von Lion Feuchtwangers Roman Exil, der ab dem 10. September in der Regie von Luk Perceval im Großen Haus des Berliner Ensembles zu sehen sein wird, mit der Frage, ob und wie ein:e Künstler:in weiter der Kunst nachgehen kann, angesichts eines Gewaltregimes, das Bürgerrechte aushöhlt und Menschen ihre Existenzgrundlage entzieht. Muss die Kunst in gewissen Situationen zurückstehen hinter einem in erster Linie politischen Engagement und Handeln? Oder ist beides ineinander verwoben und wenn ja, was bedeutet das? Wie reagiert Kunst auf Propaganda, ohne zur Gegenpropaganda zu werden?

An den folgenden Wochenenden machen sich die Schauspielerinnen und Sängerinnen Iryna Lazer (Mavka) und Yang Ge ihre eigenen Gedanken zu den Chinesischen Gedichten von Brecht und seiner Exil-Lyrik. Die Künstlerinnen des Simorgh Theaters erzählen in einem Film von ihrem Leben im afghanischen Untergrund und bringen aus dieser Perspektive Texte aus Brechts "Lesebuch für Städtebewohner" ins Bild und zu Gehör. Bis Ende des Jahres wird das Gartenhaus jedes Wochenende von weiteren Künstler:innen bespielt, darunter u.a. Valeriia Kuzmenko und Misha Nodelman.

MIT Pavlo Arie, Oliver Kraushaar

 

 

Mit freundlicher Unterstützung durch die Aventis Foundation.