Zwischen Kabarett-Chansons, düsteren Balladen und frühem Jazz bringen die gefeierte Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter und der Schauspieler Nico Holonics ein Programm auf die Bühne, das den Geist der 1920er bis 1940er Jahre spürbar macht. Begleitet werden sie von dem Dirigenten und Pianisten Adam Benzwi sowie dem Salonorchester der Komischen Oper Berlin. Mit Liedern von Bruno Balz, Kurt Weill, Hanns Eisler u.a.
Als Spiegelbild einer von tiefgreifenden Umbrüchen geprägten Gesellschaft bewegte sich die Musik im Deutschland der 1920er- bis 1940er-Jahre zwischen Lebendigkeit und Verzweiflung. Die Ära zeichnete sich durch eine vielfältige Mischung aus klassischen Traditionen, populären Rhythmen und frühem Jazz aus, aus der alles von energiegeladenen Kabarett-Chansons bis hin zu düsteren Balladen hervorging. Der charakteristische Sound dieser Zeit, Berlins eigener "Preußischer Swing", verband strenge Marschrhythmen mit jazzigen Synkopen und schuf so einen einzigartig strengen und doch leichten Stil, der authentische afroamerikanische Einflüsse vermied. Indem sie Melancholie und pointierte politische Kommentare hinter fröhlichen Melodien verbargen, fingen diese Lieder die kollektive Anspannung und Rebellion einer ganzen Nation ein. Als kultureller Seismograph vom Erwachen der Weimarer Republik bis zum Zusammenbruch des Dritten Reiches hallt diese Musik bis heute nach und zeugt davon, wie man inmitten von Widrigkeiten Schönheit und Humor finden kann.
Die renommierte und vielseitige Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter und der Schauspieler Nico Holonics präsentieren, begleitet vom Salonorchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Adam Benzwi, ein Liederabendprogramm voller Lyrik, verrücktem Unsinn, Ernsthaftigkeit, wunderschönen Melodien und Operettenstücken – eine bunte Mischung, die es uns ermöglicht, die Traurigkeit zu spüren, die sich hinter dem Glanz der Schönheit verbirgt.