Endstation Sehnsucht

von Tennessee Williams
aus dem Englischen von Helmar Harald Fischer
Fr 06.07.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
Sa 07.07.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
Großes Haus
2 Std
Keine Pause
Premiere
#BEendstation

Längst vorbei ist das Leben in vererbtem Wohlstand, als sich Blanche bei ihrer Schwester Stella einquartiert. Diese lebt mit ihrem Mann, dem polnischen Einwanderer und Fabrikarbeiter Stanley auf engstem Raum in einem heruntergekommenen Viertel. Blanches Selbstbild kultureller Überlegenheit, die Attitüden ihrer besseren Herkunft wie auch ihre kapriziöse Verklärtheit, Intimitätssucht und Hilflosigkeit provozieren Stanleys Angriffslust bis zum Äußersten. In einer Welt, die den Traum vom individuell machbaren Erfolg unabhängig aller Umstände nachhaltig schürt, stört Blanche wider Willen als Zeugin eines unaufhaltsamen Verfalls. Dass dieser Traum längst geplatzt ist und man sich schon seit einiger Zeit in einer sozialen Sackgasse befindet, lassen beide nur für den jeweils andern gelten, den sie genau deswegen fürchten, hassen und bekriegen. Nach seiner Eröffnungsinszenierung mit Brechts Kreidekreis inszeniert Michael Thalheimer nun den Sturzflug zweier Menschen aus einer Gesellschaft ohne Haftung.

Besetzung & Regieteam

als Blanche
als Stella
als Stanley
als Mitch
als Steve
als Ein junger Kassierer
als Eine Krankenschwester
als Ein Arzt
  • Director: Michael Thalheimer
  • Bühne: Olaf Altmann
  • Kostüme: Nehle Balkhausen
  • Musik: Bert Wrede
  • Licht: Ulrich Eh
  • Dramatic Advisor: Sibylle Baschung
 

Ich will keinen Realismus!

Tennessee Williams
 

Gazettengeraune

8 Pressestimmen

"Kunstvoll und klug zeigt Michael Thalheimer in seiner grandios eindrucksvollen Inszenierung mit dem überragenden Ensemble die hässlichen Muster, nach denen bei Tennessee Williams die Männer mit den Frauen umgehen, was die Gesellschaft allen antut und wie sich alle damit arrangieren."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Ein finsterer, hinreißender Triumph."

Deutschlandfunk Kultur

"Das ganze Ensemble ist eine Wucht bis in die kleinste Nebenrolle hinein. 'Endstation Sehnsucht' im Berliner Ensemble ist ein ganz großes Schauspielfest."

RBB Inforadio

"Thalheimers szenischer Reduktionismus und seine inhaltsdestillierende Konzentration greifen hier wieder aufs Beste ineinander – in Kombination mit beglückender schauspielerischer Präzision."

Tagesspiegel

"Dass das Südstaaten-Melodram von 1947 hier trotzdem frisch und klar wirkt, liegt vor allem an seinem herausragenden Ensemble. Jede Figur ist glänzend besetzt und sorgfältig konturiert. Wie Cordelia Wege in der Rolle der Blanche langsam in den Wahnsinn driftet, wie sie flirrt und flattert, kommandiert und herrscht, sehnt, kichert und zittert, das ist unbedingt sehenswert. "

Berliner Morgenpost

"Thalheimer gelingt ein gute, zutiefst unaufdringliche Aktualisierung des Stoffs."

Die Welt

"Wie Cordelia Wege, mit bitteren Zügen um den Mund, strähnigem Haar, alkoholkrankem Zittern die Schönheitskönigin vorspielt, ist sensationell, gerade, weil es so widersprüchlich ist. Ihre Blanche ist nicht nur Opfer der Verhältnisse. Diese Frau nimmt sich, was sie braucht – ohne Rücksicht auf Verluste."

RBB Kulturradio

"Eine Sozialstudie von unten, existenziell zugespitzt wie immer bei Thalheimer, filigran gearbeitet und von bezwingender Kraft."

Theater heute