Fokus: Gender

Querdenken, Gegenfragen, Widerspruch, Einspruch

Das Berliner Ensemble setzt sich in dieser Spielzeit mit den Produktionen "Revolt. She said. Revolt again. / Mar-a-Lago." (Regie Christina Tscharyiski), "Eine griechische Trilogie" (Regie Simon Stone) und "Wheeler" (Regie Oliver Reese, Premiere: Dezember 2018) mit der Frage nach modernen Geschlechterbildern auseinander und fragt nach den Voraussetzungen und Strukturen eines gleichberechtigten Miteinanders, nach gesellschaftlicher Gleichheit und Solidarität.

Hier finden Sie das Programm des Themenschwerpunktes im Oktober:

 

13. Oktober, Kleines Haus (Doppelpremiere)
"Revolt. She said. Revolt again. / Mar-a-Lago."
von Alice Birch / Marlene Streeruwitz

"Revolt. She said. Revolt again." von Alice Birch, aus dem Englischen von Marlene Streeruwitz

Girl-meets-Boy. Könnte man denken. Aber was passiert wenn in dieser Begegnung nichts ist wie gelernt? Wenn „Girl“ nicht den gesellschaftlichen Erwartungen und Regeln entspricht, sondern vielmehr in ihrer Begegnung mit dem anderen Geschlecht und der sie umgebenden männlich dominierten Welt in ihrer Individualität und Eigenständigkeit beharrt? Sie lässt sich nicht besitzen, nicht benutzen, nicht domestizieren – will sich nicht fortpflanzen, nicht heiraten und auch ihr Sex gehört ihr. Alice Birchs Stück ist ein feministisches Manifest in vier Akten und stellt auf höchst unterhaltsame Weise den Status Quo vom Verhältnis zwischen Frau und Mann in Frage.

 

"Mar-a-Lago" von Marlene Streeruwitz

Die Grande Dame der österreichischen Literatur, Marlene Streeruwitz, hat ein entschieden feministisches und gleichermaßen politisches Theaterstück für das Berliner Ensemble geschrieben. Mar-a-Lago. verhandelt Bilder heutiger Weiblichkeit, Emanzipation und weiblicher Selbstbehauptung. Dabei seziert Streeruwitz radikal den weiblichen Blick auf den rettenden, beschützenden Mann und erzählt von Macht und Ohnmacht. Fünf Frauen unterschiedlichen Alters setzten sich in fünf Stationen mit bösem Witz und großer Komik mit den Mechanismen und Klischees patriarchaler Strukturen auseinander.
 

17. Oktober, Kleines Haus (Gastspiel)
"Don't Worry Be Yoncé (XS EDITION)"
von Stephanie van Batum
Im Anschluss Publikumsgespräch

Diva, queen, sex bomb, mother, business woman, wife, feminist – #FLAWLESS. Sie ist alles. Sie hat alles. Warum dann nicht sie werden? Let Us Upgrade U: DON‘T WORRY BE YONCÉ (XS) ist ein einfaches Tutorial für Einsteiger*innen und Fortgeschrittene, das in wenigen Schritten vorführt, wie jede*r Queen B werden kann. Liberté, Egalité, Be Yoncé: Because everyone deserves to be Bey. Mehr...
 

18. Oktober, Kleines Haus
"Mother"
von Anita Vulesica
Im Anschluss Publikumsgespräch

Madonna beschloss als Siebzehnjährige mit 32 Dollar in der Tasche abzuhauen, um so berühmt zu werden wie Jesus. „Ich muss jemand sein. JEMAND. Nicht irgendeine Frau, alle Frauen, jede Frau, die einzige Frau, nach der irgendjemand verlangen kann, die irgendjemand brauchen kann, und wenn ich mir einen Ehemann nehme, dann mach ich ihn zu meiner Frau.“ Die Angst übersehen zu werden, die Anstrengung, die es kostet, auf der Bühne zu stehen – Vulesica kompensiert all das in ihrem Soloabend, in dem sie von Selbstbestimmtheit, Freiheit, aber auch Einsamkeit und Angst erzählt. Mehr...
 

19. Oktober, Kleines Haus (Podiumsdiskussion)
Gleichheit in der Kunst? Eine Bestandsaufnahme

Wer sich heute mit dem Thema Geschlechtergleichheit auseinandersetzt, ist häufig mit dem Vorwurf konfrontiert eine rückwärtsgewandte Debatte zu führen bzw. längst vergangene Schlachten zu kämpfen. Aber: Wie emanzipiert ist unsere Gesellschaft tatsächlich? Wie emanzipiert ist die Kunst? Mit welchen strukturellen und ideologische Barrieren kämpfen wir? Ist Geschlechtergleichheit gar eine Utopie? Mind the gap! Mehr...

 

19. Oktober, Großer Salon
Abschlussparty mit Hoe_Mies

Die Diskussionsreihe "Fokus: Gender" ist eine Kooperation mit dem Missy Magazine.