Macbeth

von Heiner Müller nach Shakespeare
Do 04.04.
20:00 Uhr
  • 19.30 Uhr Einführung
Mi 01.05.
19:30 Uhr
Großes Haus
1 Std 50 Min
Keine Pause
Premiere
#BEmacbeth

"Macbeth" gehört zu den berühmtesten Dramen des William Shakespeares. Heiner Müllers Übersetzung ist viel mehr als nur eine Überarbeitung. Sie  ist ein originäres Drama über die Dialektik der Macht.

Nach der Flut grausamer Diktatoren, die das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat, rückt neben Hamlet auch Macbeth in die Reihe der archetypischen Figuren. Sein Machtwille wird so lange angestachelt, bis er eine Position erreicht hat, die er nicht mehr ausfüllen kann. Seine Angst bekämpft er mit immer grö­ßerer Gewalt und seine Herrschaft kann er nur noch in sadistischen Befehlen genießen. Die politische Lage in "Macbeth" gleicht einer trüben Sumpflandschaft, in der jede Handlung erstirbt.

Bei der Uraufführung 1972 in der DDR musste sich Heiner Müller den Vorwurf des Nihilismus gefallen lassen. Heute muss man feststellen, dass es sich um das realistische Bild einer Welt handelt, in der die Mächtigen ihr wichtigstes Ziel darin sehen, ihre Macht zu  erhalten. Shakespeares Fabel zeigt in Heiner Müllers Fassung, wie Geschichte zum utopielosen Raum wird, wenn die Zukunft schon im Moment des Handelns abstirbt. Eine Ge­sellschaft, die nur noch ihren Status Quo bewahren will, erstarrt in Angst vor sich selbst und gebiert Grausamkeit statt Hoffnung.

Michael Thalheimer setzt als Hausregisseur mit dieser Inszenierung seine Beschäftigung mit Shakespeare und Heiner Müller fort.

 

Wir empfehlen den Besuch dieser Inszenierung ab 15 Jahren.

Besetzung & Regieteam

als Macbeth
als Lady Macbeth
als Banquo
als Malcolm, Pförtner, Hexe
als Duncan, Macduff, Hexe
als Hexe, Mörder
 

Einblicke: Interview über "Macbeth"

Der Mond schneit Blut.

Heiner Müller
 

Pressestimmen

8 Pressestimmen

"Die Spielweise ist oft gleichzeitig überhitzt und wie eingefroren, ganz auf den Text konzentriert, ohne ihn mit Oberflächenaktionen zu illustrieren, und genau deshalb von einer Intensität, die im allerorts von Ironie vergifteten Theaterbetrieb selten geworden ist."

Süddeutsche Zeitung

"Die Schauspieler liefern eine beeindruckende Leistung ab. Allen voran Sascha Nathan. Sein Macbeth bewegt sich zwischen Schwäche, Hysterie, Panik, Grausamkeit, Kälte, Angst und Zerfressenheit – und das teilweise innerhalb von Sekunden. Das ist ganz großes Kino und macht wirklich Spaß."

RBB Inforadio

"Dieser 1971 geschriebene 'Macbeth' ist ein dunkles Glanzstück aus Heiner Müllers legendärer 'Shakespeare- Factory'. Brechts Diktum, man könne Shakespeare verändern, wenn man es kann, trifft bei ihm zu. So hat Müller den märchenhaften Spuk fast völlig fortgeblasen."

Tagesspiegel

"Wie dem Königsmörder im Kegellicht des Scheinwerfers ein sich embryonenhaft windender, wasserleichenbleicher Duncan erscheint, wie ihm die Gespenster mit ihren tastenden Froschfingern um den Hals kriechen, wie Macbeth deswegen das Fest nicht genießen kann, das ist großartig dargestellt."

Die Welt

"Macbeth-Darsteller Sascha Nathan läuft dabei zu einer grandiosen Performance der Mittelmäßigkeit auf. Er wütet und greint, zeigt seiner Schmerbauch, ist Kind und Killer. Sein Macbeth ist kein prächtiger Souverän, sondern lediglich Werkzeug eines Schreckens, das von der Mittelmäßigkeit geboren wird."

Zitty

"Zwei Stunden, die nicht leicht vergehen, aber drängend im Gedächtnis bleiben."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Wie Sascha Nathan, ein kraftvoll korpulenter Schauspieler, Macbeth spielt, ist ein Ereignis. Er macht aus ihm einen jovialen Metzger mit der Vitalität eines Tony Soprano, ein pragmatischer Mann, der tut, was eben anliegt, Sinnfragen kann er sich nicht leisten."

Süddeutsche Zeitung

"Starkes Theater!"

B.Z.
 

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