Caligula

von Albert Camus
Do 21.09.
19:30 Uhr
Ausverkauft
  • anschl. Premierenfeier
Fr 29.09.
19:30 Uhr
So 01.10.
19:30 Uhr
Mo 02.10.
19:30 Uhr
  • 18.45 Uhr Einführung
Di 10.10.
19:30 Uhr
Di 17.10.
19:30 Uhr
Mi 18.10.
19:30 Uhr
Mi 25.10.
19:30 Uhr
  • 18.45 Uhr Einführung
So 29.10.
19:30 Uhr
Großes Haus
#BEcaligula

"Regieren heißt stehlen, das weiß jedes Kind", so erklärt Caligula, Staatsoberhaupt, sich und anderen die Politik, und deshalb sei es "nicht unmoralischer, die Bürger direkt zu bestehlen, als indirekte Steuern in den Preis von Lebensmitteln zu schmuggeln." Als logische Schlussfolgerung verlangt er von den Vermögenden, ihre Kinder zu enterben und den Staat als Alleinerben einzusetzen. Je nach Bedarf werden diese Personen willkürlich getötet. Schließlich habe er mittlerweile gelernt, dass jeder Wert, auch das Leben selbst, relativierbar und demnach nichts wirklich von Bedeutung sei – außer die Staatsfinanzen. Dieser Erlass ist nur der Anfang einer verheerenden Strategie eines freigesetzten Machtmenschen, der beschlossen hat, der Welt ihre absurde Verfasstheit vor Augen zu führen, indem er sie durch konsequentes Denken und Handeln auf ihre mörderische Spitze treibt.

Albert Camus zeichnet in seinem 1938 begonnenen und unter dem Eindruck des Faschismus in Europa mehrfach umgearbeiteten Drama das Porträt eines nicht mehr durch Ethik, Gesetze oder Moral eingezäunten Politikers. Und er stellt die Frage in den Raum, wie es kommt und zu welchem Zweck ihn alle anderen so lange haben gewähren lassen.

Der 1983 in Deutschland als Sohn einer Chilenin und eines Portugiesen geborene Regisseur Antú Romero Nunes, der sich mit spielvernarrten Inszenierungen und einem Sinn für das Grotesk-Komische einen Namen gemacht hat, beginnt den Eröffnungsreigen am Berliner Ensemble mit der Grundsatzfrage: Auf welchen Prinzipien gründen individuelles Leben, Gesellschaft und politische Macht in einer absurd erscheinenden Welt?

Besetzung & Regieteam

Constanze Becker
als Caligula
Oliver Kraushaar
als Caesonia
Aljoscha Stadelmann
als Helicon
Patrick Güldenberg
als Scipio
Felix Rech
als Cherea
Annika Meier
als Patrizier
  • Regie: Antú Romero Nunes
  • Bühne: Matthias Koch
  • Kostüme: Victoria Behr
  • Musik: Johannes Hofmann
  • Dramaturgie: Sibylle Baschung

Die meisten Menschen sind unfähig, in einer Welt zu leben, in der der absonderlichste Gedanke jeden Augenblick Wirklichkeit werden kann.

Albert Camus