Caligula

von Albert Camus
Aus dem Französischen von Uli Aumüller
Di 26.12.
19:30 Uhr
  • with english surtitles
Sa 13.01.
19:30 Uhr
  • with english surtitles
So 14.01.
19:30 Uhr
  • with english surtitles
Do 01.02.
19:30 Uhr
  • 19.00 Einführung
  • with english surtitles
Großes Haus
1 Std 35 Min
Keine Pause
#BEcaligula

"Regieren heißt stehlen, das weiß jedes Kind", so erklärt Caligula, Staatsoberhaupt, sich und anderen die Politik, und deshalb sei es "nicht unmoralischer, die Bürger direkt zu bestehlen, als indirekte Steuern in den Preis von Lebensmitteln zu schmuggeln." Als logische Schlussfolgerung verlangt er von den Vermögenden, ihre Kinder zu enterben und den Staat als Alleinerben einzusetzen. Je nach Bedarf werden diese Personen willkürlich getötet. Schließlich habe er mittlerweile gelernt, dass jeder Wert, auch das Leben selbst, relativierbar und demnach nichts wirklich von Bedeutung sei – außer die Staatsfinanzen. Dieser Erlass ist nur der Anfang einer verheerenden Strategie eines freigesetzten Machtmenschen, der beschlossen hat, der Welt ihre absurde Verfasstheit vor Augen zu führen, indem er sie durch konsequentes Denken und Handeln auf ihre mörderische Spitze treibt.

Albert Camus zeichnet in seinem 1938 begonnenen und unter dem Eindruck des Faschismus in Europa mehrfach umgearbeiteten Drama das Porträt eines nicht mehr durch Ethik, Gesetze oder Moral eingezäunten Politikers. Und er stellt die Frage in den Raum, wie es kommt und zu welchem Zweck ihn alle anderen so lange haben gewähren lassen.

Der 1983 in Deutschland als Sohn einer Chilenin und eines Portugiesen geborene Regisseur Antú Romero Nunes, der sich mit spielvernarrten Inszenierungen und einem Sinn für das Grotesk-Komische einen Namen gemacht hat, beginnt den Eröffnungsreigen am Berliner Ensemble mit der Grundsatzfrage: Auf welchen Prinzipien gründen individuelles Leben, Gesellschaft und politische Macht in einer absurd erscheinenden Welt?

Besetzung & Regieteam

als Caligula
als Caesonia
als Cherea
als Patrizier
  • Regie: Antú Romero Nunes
  • Bühne: Matthias Koch
  • Kostüme: Victoria Behr
  • Musik: Johannes Hofmann
  • Licht: Ulrich Eh
  • Dramaturgie: Sibylle Baschung
 

Gazettengeraune

5 Pressestimmen

"Becker macht aus Caligula einen fiebrig-kalten Killer-Vamp, einen hellsichtigen Irren, ein überzeugend vom Leben und den Mitmenschen angeekeltes Monster. Ihr Griff zur Kettensäge erscheint als verständliche und sinnvolle Reaktion. Wie schön für Berlin, dass sie wieder an einem Berliner Theater spielt!"

Süddeutsche Zeitung

"Antú Romero Nunes produziert beeindruckende, wirkmächtige Bilder."

Berliner Morgenpost

"Das Premierenpublikum feierte das mit beeindruckender Spielleidenschaft und höchst präziser Sprachkunst auftretende Ensemble mit langem Applaus."

dpa

"Dieser Caligula ist ein Irrwisch, ein durch und durch gefährliches Wesen, und die Besetzung der Hauptrolle an diesem Abend ein echter Coup: Constanze Becker kehrt nach acht Jahren als Star am Schauspiel Frankfurt in die Hauptstadt zurück und steht mit Glatze, fahl geschminkt und in rotem Herrschermantel im Zentrum dieser gut anderthalb Stunden – als androgyne Schreckenserscheinung, die es wahrlich in sich hat."

Deutschlandfunk Kultur

"Nunes macht ein bildstarkes, geschickt selbstreflexives Clownsspiel daraus."

Berliner Zeitung
 
 

Die meisten Menschen sind unfähig, in einer Welt zu leben, in der der absonderlichste Gedanke jeden Augenblick Wirklichkeit werden kann.

Albert Camus