Seit Herbst 2022, also im fünften Jahr in Folge, bietet das Berliner Ensemble mit WORX ein internationales Nachwuchsprogramm für Regie, das dank der privaten Förderung von Nikolaus und Martina Hensel fortgesetzt werden kann. Zwei Personen pro Spielzeit erhalten die Möglichkeit, den Werkraum mit eigenen Arbeiten zu bespielen. Für den Zeitraum wird den Künstler:innen ein geschützter Raum für deren Entwicklung zur Verfügung gestellt. Beide Regisseur:innen realisieren jeweils zwei Premieren mit inhaltlicher und formaler Freiheit im Werkraum, begleitet von ergänzenden Veranstaltungen.
Die Bewerbungsphase für WORX 2027/2028 läuft! Die Bewerbungsfrist endet am 20. September 2026.
Zur AusschreibungFünfter Jahrgang: Luis August Krawen und Piotr Pacześniak
Ziel von WORX ist es, Theatermacher:innen am Anfang ihrer Karriere innerhalb einer Spielzeit Arbeits-, Schutz- und Freiraum bei gleichzeitiger Unterstützung durch Mitarbeiter:innen und Möglichkeiten eines etablierten Theaters zu bieten. Die Regisseur:innen können im Werkraum mit eigenem künstlerischem Team und eigenem Ausstattungsetat frei experimentieren und neue Formen erproben.
In der Spielzeit 2026/27 werden Luis August Krawen aus Berlin und Piotr Pacześniak aus Warschau den Werkraum zu ihrem künstlerischen Zuhause machen. Die Jury – bestehend aus Anita Augustin, Theda Nilsson-Eicke, Heiki Riipinen, Lucien Strauch und Clara Topic-Matutin – wählte aus über 130 internationalen Bewerbungen zwei außergewöhnliche künstlerische Persönlichkeiten mit unterschiedlichen ästhetischen und inhaltlichen Anliegen aus.
Luis August Krawen arbeitet an der Schwelle von Theater, Film und digitaler Kunst. Thematisch zentral sind für ihn Klasse und Technologie sowie ihre oft unsichtbaren Zusammenhänge. Er wird als erste Arbeit mit "Die Letzten werden die Allerletzten sein" ein Stück mit autobiografischen Bezügen inszenieren, das sich mit der Prekarisierung des Bildungsbürgertums befasst. Für seine zweite Inszenierung bearbeitet er Fassbinders Sci-Fi-Klassiker "Welt am Draht".
Piotr Pacześniak ist Theaterregisseur, Dramaturg und Drehbuchautor. Ihn interessiert der Mensch als Individuum in familiären, sozialen und historischen Abhängigkeiten und die Frage, wie der Spätkapitalismus unsere Beziehungen zu Familie, Nation, Europa und zum anderen prägt. In "Vanya verrückt" stellt er mit seiner ersten Arbeit die Frage, was es wirklich bedeutet, Europäer zu sein. Es folgt das Dokumentartheaterstück "Lillehammer Affair", das die Ermordung des unschuldigen Ahmed Bouchikhi 1973 in Lillehammer rekonstruiert.
Premieren der Spielzeit
Die Letzten werden die Allerletzten sein
Von Martha von Mechow und Luis August Krawen
Regie: Luis August Krawen
Premiere: 30. Oktober 2026
Werkraum
Vanya verrückt
Von Piotr Pacześniak
Regie: Piotr Pacześniak
Premiere: 18. Dezember 2026
Werkraum
Welt am Draht
Nach dem Film von Rainer Werner Fassbinder
In einer Bearbeitung von Luis August Krawen und Daniel Grünauer
Regie: Luis August Krawen
Premiere: 5. März 2027
Werkraum
Lillehammer Affair
Dokumentartheater über den tragischen Tod eines Unschuldigen
Regie: Piotr Pacześniak
Uraufführung: 24. April 2027
Werkraum
Leitung: Daniel Grünauer
Jury 27/28: Anita Augustin, Lea Goebel, Daniel Grünauer (Vorsitz), Theda Nilsson-Eicke, Lukas Nowak, Fritzi Wartenberg
Produktion: David Gees
Ausschreibung 28/29: Ab Herbst 2027
Kontakt: worx@berliner-ensemble.de
WORX-Design Spielzeit 26/27 © Birgit Karn
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Digitales Magazin
Vergangene Jahrgänge
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Der vierte WORX-Jahrgang, bestehend aus Jules Head und Marie Schwesinger, beschäftigte sich mit Migration und geschlechtsspezifischer Gewalt und deren Einschreibungen auf den Körper, dem Ringen um Anerkennung in feindseligen Systemen sowie der dokumentarischen Aufarbeitung der faschistoiden Gefahren, die daraus hervorgehen.
Zur Übersicht der Inszenierungen des vierten WORX-Jahrgangs...
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Im dritten Jahr von WORX übernahmen die Regisseur:innen Malin Lamparter und Lucia Wunsch die künstlerische Residency. In ihren Arbeiten setzten sie sich mit Rollenbildern, gesellschaftlichen Zuschreibungen und den Mechanismen von Selbstinszenierung auseinander. Ihre Inszenierungen bewegten sich dabei zwischen klassischen Stoffen, Gegenwartsdramatik und performativen Formen.
Zur Übersicht der Inszenierungen des dritten WORX-Jahrgangs...
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Im zweiten Jahr von WORX kuratierten der norwegische Regisseur Heiki Riipinen und der iranische Regisseur Alireza Daryanavard das Programm im Werkraum zwischen Aktivismus und Performance. Die vier Inszenierungen beschäftigten sich mit Machtstrukturen, Queerness und aktivistischen Bewegungen von Iran bis zum deutschen Grundgesetz.
Zur Übersicht der Inszenierungen des zweiten WORX-Jahrgangs...
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Die ersten beiden Regisseur:innen von WORX waren die litauische Regisseurin Uršulė Barto und die Österreicherin Fritzi Wartenberg. Von einer unabhängigen Jury wurden sie aus über 120 Bewerber:innen ausgewählt. Beide verbindet der klare feministische Blick auf die Strukturen und Mechanismen der Welt – und des Theaters.
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