Einsame Menschen

Von Felicia Zeller nach Gerhart Hauptmann
Do 02.03.
20:00 Uhr
Fr 03.03.
19:30 Uhr
Neues Haus
2 Std 5 Min
Keine Pause
Premiere
#BEmenschen

Marie, eine renommierte Architektin in Erwartung ihres ersten Kindes, will im Umland Berlins ihre Vision eines Landlebens mit urbanem Anspruch verwirklichen. Eine historische Villa am See, nur 40 Minuten bis zur Innenstadt, soll zum internationalen, nachhaltigen Co-Working-Gardening-Space umgestaltet werden. Ihr Mann Gerhart will sich dort in absoluter Ruhe seiner Doktorarbeit über Angewandte Tiersoziologie widmen. Seine Mutter Erika zieht gleich mit ein, um die Kleinfamilie mitsamt einer speziellen Heilmethode zu unterstützen. Doch die ersehnte Ruhe will sich trotz aller Naturnähe nicht einstellen. Das Neugeborene schreit unablässig und dann mietet sich auch noch Margarete als Co-Workerin ein, eine attraktive digitale Nomadin, überzeugte Vertreterin des Share-Prinzips und überall zu Hause wo es WLAN gibt.

Felicia Zellers Stück, inspiriert von Gerhart Hauptmann, erzählt hochkomisch von der Einsamkeit einer Generation, die ihren Größenwahn mit Nachhaltigkeit vereinbaren will und mit Naturkult auf Naturzerstörung antwortet. Um sich selbst Kreisende, die aneinander vorbei monologisieren, denn etwas spricht pausenlos durch sie hindurch: eine innere Unruhe, eine narzisstisch aufgeladene Sehnsucht, die von keiner Landschaft dieser Welt gestillt werden kann.

FELICIA ZELLER ist eine deutsche Schriftstellerin und selbst ernannte Wirtschaftsdramatikerin. Ihre Stücke, zuletzt "Der Fiskus" (2020) und "DER GELDKOMPLEX" (2021), drehen sich um das Verhältnis von moderner Arbeitswelt und Individuum. 2020 erhielt sie den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis. "Einsame Menschen" ist Zellers erstes Stück am Berliner Ensemble.

Besetzung & Regieteam

als Margarete
als Marie
als Gerhart
als Bölsche
  • Regie: Bettina Bruinier
  • Bühne/Kostüm: Justina Klimczyk
  • Musik: David Rimsky-Korsakow
  • Bewegungsarbeit: Bahar Meriç
  • Video: Ayşe Gülsüm Özel
  • Licht: Mario Seeger
  • Dramaturgie: Amely Joana Haag
 

Pressestimmen

5 Pressestimmen

"Es ist ein Text, der unumwunden nach Zeitgeist fragt und die Lebenswelt der nachwachsenden Hauptstadtelite widerspiegeln will – beides gelingt ihm ziemlich überzeugend."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

"In Zellers Stücken lassen sich die verlogenen und hochnotpeinlichen Seiten der berühmten 'Gesellschaft der Singularitäten' besichtigen, die der Soziologe Andreas Reckwitz als kulturelle Endmoräne des Spätkapitalismus beschrieben hat. Das ist kein schöner Anblick, aber ein ziemlich komischer."

Süddeutsche Zeitung

"Felicia Zeller ist eine Meisterin der pointierten Zuspitzungen und der hinterhältig in der Luft hängenden Ungesagten."

Tagesspiegel

"Corinna Kirchhoff brilliert als Mutter Erika, wenn sie in herrlichstem Singsang von ihrer Heilgymnastik (‚Rugel-Methode!‘) schwärmt."

Nachtkritik

"Man blickt durchaus mit Schadenfreude auf die Peinlichkeitsverrenkungen und schlecht kaschierten Lebensdesaster dieser Gestalten aus der Beletage, die ihren moralischen Dünkel problemlos mit dem kompletten Desinteresse an anderen Menschen zu verbinden wissen."

Süddeutsche Zeitung
 

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