Spielzeit 2026/27

16 Premieren von Brecht bis Handke zur zehnten Spielzeit des Intendanten Oliver Reese
Bertolt-Brecht-Platz 1
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Jubiläumsspielzeit am Berliner Ensemble

Zur zehnten Spielzeit unter Intendant Oliver Reese zeigt das Berliner Ensemble in der Saison 2026/27 in seinen drei Spielstätten 16 Premieren, darunter die Hälfte Uraufführungen sowie drei internationale Koproduktionen. Neben Regisseuren wie Ersan Mondtag und Frank Castorf, die dem Haus seit Beginn der Intendanz verbunden sind, werden Ulrich Rasche, Luise Voigt, Jossi Wieler und Susanne Wolff erstmals am Berliner Ensemble inszenieren. Außerdem wird Tilda Swinton mit "Man to Man" seit über 30 Jahren wieder Theater spielen.


In den vergangenen Jahren ist es dem Berliner Ensemble gelungen, durch ein vielfältiges Angebot die Zahl der Besucher:innen kontinuierlich zu steigern und als meistbesuchtes Sprechtheater Berlins ein treues Publikum an das Haus zu binden. Bis einschließlich April hatte das Berliner Ensemble in der aktuellen Saison 2025/26 eine durchschnittliche Monatsauslastung von 98 %.
 

 

Premieren im Großen Haus

"Mutter Courage und ihre Kinder"

"Man to man"

"Leider kein Foto für dich"

"Schnee von gestern, Schnee von morgen"

"Mephisto"

"Hamlet"

Zum Anfang und zum Ende der Spielzeit stehen im Großen Haus zwei Uraufführungen auf dem Programm: Die Spielzeit wird am 29. August im Großen Haus mit der Berlin-Premiere von Peter Handkes "Schnee von gestern, Schnee von morgen" eröffnet, das im Juli bei den Salzburger Festspielen in der Regie von Jossi Wieler uraufgeführt wird. Das neue Stück des Literaturnobelpreisträgers zeichnet das Bild eines suchenden Menschen in einer unübersichtlichen Welt. Auf ebenso kunstvolle wie auch selbstironische Weise verbindet der Text poetische Welterfahrung mit unnachgiebiger Selbstbefragung und findet die großen Fragen in unverhofften Begegnungen und Konstellationen. Es spielen Marina Galic und Jens Harzer. 

 

Zum Abschluss der Saison lädt Regisseurin und Autorin Fritzi Wartenberg weitere Autor:innen und das Ensemble ein, sich mit einem der größten Popkultur-Phänomene Deutschlands auseinanderzusetzen: dem Märchen vom internationalen Model-Durchbruch durch einen öffentlich ausgetragenen Casting-Wettbewerb. Sie fragt unter anderem nach dem patriarchalen Stockholmsyndrom, das uns Zuschauende dabei zu befallen scheint, denn trotz Sexismus, Diskriminierung und Bodyshaming – die Anzahl der Fans hält sich. Die Uraufführung von "Leider kein Foto für dich" ist am 7. Mai


In seiner fünften Arbeit am Berliner Ensemble inszeniert Frank Castorf Klaus Manns im Exil geschriebenen Roman "Mephisto" (Premiere am 17. September) über Gustaf Gründgens alias Hendrik Höfgen, der im Nationalsozialismus zu einem "Affen der Macht" mutierte. Als ein vor den Nazis geflüchteter, sich zu seiner Homosexualität und zum antifaschistischen Widerstand bekennender Autor schrieb Klaus Mann mit "Mephisto" eine gehässige Satire über den Opportunismus von Künstler:innen. 


Am 5. November folgt die Premiere von "Hamlet" - Regisseur Ersan Mondtag und Autor Wilke Weermann legen den Fokus ihrer Bearbeitung von Shakespeares wohl berühmtestem Stück auf die Selbstzerstörungskräfte seiner Hauptfigur, die in sich die Widersprüche einer auf Gewalt basierenden Weltordnung austrägt.


Ulrich Rasche, der für seine chorischen, von minutiöser Rhythmik und körperlicher Strenge geprägten Arbeiten bekannt ist, inszeniert mit "Mutter Courage und ihre Kinder" zum ersten Mal einen Text von Bertolt Brecht. Die Hauptrolle von Brechts Antikriegsstück spielt Constanze Becker, Premiere ist am 24. Januar


Ab dem 9. Februar spielt Tilda Swinton acht Vorstellungen von "Man to Man (Jacke wie Hose)" von Manfred Karge, der seine Karriere am Berliner Ensemble begann. Die Neuinszenierung dieser internationalen Koproduktion vereint das mehrfach preisgekrönte Kreativteam um Regisseur Stephen Unwin und Bühnenbildnerin Bunny Christie, die das Stück bereits 1988 mit Swinton auf die Bühne brachten.

 

Premieren im Neuen Haus

"Geschwister"

"Es steht ein Haus in Ost-Berlin"

"Anleitung ein anderer zu werden"

"Glücklich die Glücklichen"

"Warten auf'n Bus"

"Inter Alia"

Yasmina Reza gehört zu den meistgespielten Dramatikerinnen und beschäftigt sich seit über 30 Jahren in ihren Romanen und Stücken mit den Abgründen der bürgerlichen Gesellschaft. Oliver Reese inszeniert nun im Neuen Haus die Deutschsprachige Erstaufführung ihres Episoden-Romans "Glücklich die Glücklichen", in dem sie anhand von Alltagsszenen die Beziehungen des Pariser Bürgertums seziert. Premiere ist am 11. September.

 

Zwei Inszenierungen werfen aus völlig unterschiedlichen Perspektiven einen Blick auf ostdeutsche Themen: Oliver Bukowski, Erfinder und Autor der Fernsehserie "Warten auf’n Bus", und Hannah Zufall haben für das Berliner Ensemble je eine neue Episode der Erfolgsserie geschrieben. Der Ost-Berliner Schauspieler und Regisseur Max Hopp inszeniert den Doppelabend über zwei Freunde, die irgendwo in Brandenburg an einer Bushaltstelle warten und dabei über das Leben philosophieren. Die Uraufführung mit Peter Moltzen und Gabriel Schneider ist am 25. Oktober

 

Mit der Uraufführung von "Es steht ein Haus in Ost-Berlin" wird Luise Voigt am 19. Februar ihre erste Arbeit am Berliner Ensemble zeigen. Zusammen mit Dramaturgin Eva Bormann stellt sie 38 Jahre nach dem Mauerfall die Frage: Was bedeutet Ost-Berlin heute? Aus den realen Geschichten von 20 Menschen, die zwischen 1929 und 2008 geboren wurden, entsteht ein fiktives Haus in Ost-Berlin: ein Abend über Spaltung und Sehnsucht, Wut und Verständnis – erzählt von Menschen, die mit Berlin verbunden sind.


Nach dem Welterfolg von "Prima Facie" beleuchtet die australische Dramatikerin Suzie Miller mit "Inter Alia" eine weitere Facette des gesellschaftlichen Umgangs mit sexualisierter Gewalt gegen Frauen. Das Stück, in dessen Zentrum eine Richterin und Mutter steht, gewährt einen fundierten Einblick in die juristische Praxis und stellt gleichzeitig so pointierte wie unbequeme Fragen zu moderner Elternschaft und der Weitergabe von tief verwurzelten patriarchalen Strukturen in Beziehungen. Premiere in der Regie von Susanne Wolff ist am 4. Dezember.   

 

Nach "It’s Britney, Bitch!" und "Spielerfrauen" nehmen sich Lena Brasch und Sina Martens für ihr drittes gemeinsames Projekt dem Thema "Geschwister" (AT) an. Für die Uraufführung am 15. Januar arbeiten sie mit Texten von Laura Dabelstein, Anne & Lucien Haug sowie Marion Brasch und erkunden, was Geschwister zusammenhält und auseinandertreibt: Von Kain und Abel bis Kim und Kourtney – ein Abend über die eine Beziehung, aus der es kein Entkommen gibt.


Édouard Louis' autofiktionaler Roman "Anleitung ein anderer zu werden" beschreibt schonungslos den Kampf um Selbstbestimmung. Der finnisch-norwegische Regisseur Heiki Riipinen, wie Louis einst ein queerer Junge in der Provinz, begibt sich mit seinem Team auf die performative Suche danach, was es kostet, ein anderer zu sein. Nach der Premiere an den Théâtres de la Ville in Luxemburg ist die Inszenierung ab dem 13. März am Berliner Ensemble zu sehen. 

Nachwuchsförderprogramm WORX

Luis August Krawen aus Berlin und Piotr Pacześniak aus Warschau sind in der Spielzeit 2026/27 die Regisseure des Regienachwuchsprogramms WORX am Berliner Ensemble. Als Artists in Residence bekommen sie eine Spielzeit lang die Möglichkeit, mit inhaltlicher und formaler Freiheit im Werkraum je zwei Inszenierungen zu erarbeiten, unterstützt von den Mitarbeiter:innen und Möglichkeiten eines etablierten Theaterbetriebs. Die Jury bestehend aus Anita Augustin, Theda Nilsson-Eicke, Heiki Riipinen, Lucien Strauch und Clara Topic-Matutin hat die beiden Künstler aus über 170 internationalen Bewerbungen ausgewählt.

 

Dank der privaten Förderung von Nikolaus und Martina Hensel kann das internationale Nachwuchsprogramm WORX für junge Regie am Berliner Ensemble trotz der Kulturkürzungen fortgesetzt werden. Ziel von WORX ist es, jungen Theatermacher:innen am Anfang ihrer Karriere innerhalb einer Spielzeit Arbeits-, Schutz- und Freiraum bei gleichzeitiger Unterstützung durch Mitarbeiter:innen und Möglichkeiten eines etablierten Theaters zu bieten. Die Regisseur:innen haben bei ihren Inszenierungen sowohl inhaltlich als auch ästhetisch absolute Freiheit und können im Werkraum mit eigenem künstlerischen Team und Ausstattungsetat frei experimentieren und Formen des Theaters erproben. 

Worx-Premieren

"Die Letzten werden die Allerletzten sein"

"Vanya verrückt"

"Welt am Draht"

"Lillehammer Affair"

Diskursprogramm

Neben den Neuinszenierungen und dem abwechslungsreichen Repertoire prägen diskursive Veranstaltungen den Spielplan des Berliner Ensembles und die vier festen Gesprächsreihen werden auch in der Spielzeit 2026/27 fortgesetzt: "Friedman im Gespräch", "Habeck Live", "Aus Ruinen" mit Hendrik Bolz und "ZEIT-Recherchen" mit Caterina Lobenstein. Alle regelmäßigen Gesprächsformate des Berliner Ensembles stehen im Anschluss als kostenlose Podcasts zur Verfügung und auch der Theaterpodcast "Wie war’s?" mit Marion Brasch wird mit einer neuen Staffel fortgesetzt. 
 

Friedman im Gespräch

Was, wenn nicht die Antworten fehlen – sondern die richtigen Fragen? Seit über einem Jahrzehnt widmet sich die Reihe Friedman im Gespräch den drängenden politischen und existenziellen Themen unserer Zeit. Im Dialog mit Gäst:innen aus Politik, Wissenschaft und Kunst sucht Autor, Publizist und Philosoph Michel Friedman den kontroversen Austausch. Pointiert, intensiv und stets auf der Suche nach emanzipatorischem Potenzial hinterfragt er aktuelle Debatten und Ereignisse – mit Blick auf das, was unsere Gesellschaft spaltet und was sie zusammenhält.

 

Habeck live

In seinem regelmäßigen Sonntagssalon spricht Habeck mit Gästen über zentrale gesellschaftliche, politische und kulturelle Fragen unserer Zeit. Dabei sollen Hintergründe und strukturelle Probleme jenseits der tagespolitischen Aufgeregtheit beleuchtet werden.
Robert Habeck lädt Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft ein – mal prominent, mal weniger bekannt, aber stets Expert:innen für die drängenden Themen unserer Zeit.
 

Aus Ruinen
Zukunft und Zivilgesellschaft in Ostdeutschland

Lange galt: Im Osten fehle es an Demokratieverständnis und Zivilcourage sei kaum vorhanden. Dabei sind es oft einzelne Menschen, die unter schwierigen Bedingungen Haltung zeigen und deren Geschichten zu selten erzählt werden. Gemeinsam mit Autor Hendrik Bolz gibt das Berliner Ensemble diesen Biografien Raum und lädt Menschen ein, die sich für Gemeinwohl und Demokratie im Osten einsetzen. Was bleibt von der DDR? Was erinnern wir? Was heißt es, "ostdeutsch" zu sein? Und wie steht es um "den Osten"? Aus Ruinen gibt Einblicke in eine Gesellschaft, die bei weitem nicht so homogen ist, wie oft behauptet wird.

 

ZEIT-Recherchen

In Kooperation mit DIE ZEIT

Was wird aus dem Wohnungsmarkt? Wie verändert Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft? Wie weiter mit einer Erinnerungskultur ohne Zeitzeug:innen und wozu? Welche Ideen gestalten unser zukünftiges Zusammenleben?

Gemeinsam mit der Wochenzeitung DIE ZEIT holt das Berliner Ensemble die großen Fragen unserer Gegenwart auf die Bühne — und legt neben der Analyse den Fokus auf Lösungsansätze. Regelmäßig sucht Caterina Lobenstein mit Fachleuten und Reporter:innen der ZEIT, die von ihren Recherchen erzählen, nach Antworten und nach dem, was es braucht, damit wir hoffnungsvoll in die Zukunft schauen können.
 

Alle Informationen zu unserem Diskursprogramm finden Sie hier. 

Einblicke

Darüber hinaus lädt die Vermittlungsabteilung im Rahmen der EINBLICKE-Veranstaltungen zu vielfältigen Begegnungen für alle Generationen ab 15 Jahren ins Gartenhaus ein. Das Angebot reicht von Workshops, Führungen, Publikumsgesprächen und Dialog-Formaten bis zu größeren Projekten zum Mitmachen.

Weitere Infos zu unserem Vermittlungsprogramm erhalten Sie unter folgenden Links:

EINBLICKE für alle

EINBLICKE für Schulen

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