Draussen vor der Tür

von Wolfgang Borchert
Mi 28.09.
19:30 Uhr
  • Anschl. Publikumsgespräch
Do 29.09.
19:30 Uhr
  • 19.00 Uhr Einführung
Großes Haus
1 Std 45 Min
Keine Pause
Premiere
#BEdraussen

"Tote, Halbtote, Hungertote, Bombentote, Ozeantote, Verzweiflungstote, Verlorene, Verlaufene, Verschollene. Unschöner Anblick, diese vielen dicken weißen weichen Wasserleichen heutzutage. Sie sinken. Kein Salut. Kein Sterbegeläut. Keine Grabrede. Sie sinken." (Wolfgang Borchert)

Welche Verantwortung übernehmen wir für die Folgen der Kriege "draußen vor der Tür", an denen wir beteiligt sind? Was wollen wir wissen von den Auswirkungen der Gewalt "draußen vor der Tür", von der wir profitieren? Wer ist bereit, sich der Wahrheit eines Schlachthauses zu stellen, bevor er sich sein Wurstbrot schmecken lässt? Beckmann, der traumatisierte Kriegsrückkehrer, für den eine Heimkehr jedoch nicht möglich ist, bleibt "draußen vor der Tür", nachts im Regen, auf der Straße. Verfolgt von seinen quälenden Erinnerungen, will er keinen Tag länger ermordet werden und keinen Tag länger Mörder sein. Er schreit der Gesellschaft ihre kollektive Schuld ins Gesicht und verlangt Antwort.
Michael Thalheimer bringt das "Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will", wie Borchert es betitelte, mit Kathrin Wehlisch als Beckmann auf die Bühne.

Besetzung & Regieteam

als Der Tod
als Der Einbeinige
als Gott
als Ein Kabarettdirektor
als Die Elbe, Frau Kramer
als Ein Mädchen
als Ein Oberst
als Beckmann und Der Andere
 

Trailer

 

Pressestimmen

13 Pressestimmen

"Das ist große Schauspielkunst. Was sich über den ganzen Abend sagen lässt, der seine Intensität über die ganzen 100 Minuten hält."

Berliner Morgenpost

"Ein wahnsinnig bewegender Theaterabend mit sehr großem, euphorischen, befreienden Theaterapplaus zum Schluss – völlig zu Recht."

rbb Kultur

"Ab und zu gelingt es dem Theater, besser als es irgendwelche Erklärungen könnten, festzuhalten, was gerade geschieht und wie sich viele Menschen fühlen."

Süddeutsche Zeitung

"Ein starkes Stück mit einer starken Kathrin Wehlisch, die mit ihrem Spiel sich und die Zuschauer an die Grenze des Erträglichen führt."

rbb Abendschau

"Ein intensiver Theaterabend."

RND

"Eine großartige Leistung von Kathrin Wehlisch, in den besten Momenten, wenn es dann auch um die Verantwortung im Krieg geht, oder die Saturiertheit und Kälte der Gesellschaft, kann sie einem auch wirklich unter die Haut gehen."

Deutschlandfunk Kultur

"Der Regisseur Michael Thalheimer stellt seine Kunst über Wirklichkeit und Gegenwart. Er nimmt größtmöglichen Abstand zur Welt und führt in seinem Werk die Tragik des menschlichen Daseins als ewig, existenziell und unabänderlich vor."

Berliner Zeitung

"Kathrin Wehlisch gibt als Kriegsheimkehrer Beckmann der Aufführung Würde, Kraft und Wahrheit, wenn sie als einziger Mensch unter lauter Geisterbahn-Zombies durch diesen Albtraum irrt. Und am Ende darauf in der einzig möglichen Weise antwortet: mit einem stummen Schrei."

Süddeutsche Zeitung

"Thalheimer entmythologisiert dieses pazifistische Stück und holt es auf den Boden der Tatsachen und legt den Finger in die Wunden, dieses von Wort-Ballungen, Alliterationen, Ausrufe- und Fragezeichen platzenden Stücks, und entdeckt es neu als ein sprachliches Kunstwerk über das Leiden der Kreatur, die Verführbarkeit des Menschen und die Schuld."

rbb Kultur

"Was für ein Wunder von einem Bühnenbild: Knapp 1000 Lampen hängen von der Decke im Großen Haus, grüne, rote, gelbe, blaue. In der Dunkelheit kann das Auge die bunte Pracht zuerst gar nicht bewältigen. Man denkt an die melancholische Schönheit von Jahrmärkten, über die man als Kind nach Einbruch der Dunkelheit spazierte. Oder an die verwirrende Fülle am Sternenhimmel."

Berliner Morgenpost

"Kathrin Wehlisch trägt den Abend, der einem psychedelischen Fiebertraum voll böser Erinnerungen in einer beklemmenden Gegenwart ähnelt, mit Energie und Hingabe."

Märkische Oderzeitung

"Der Abend ist eine Zumutung und ein Geschenk gleichzeitig. Eine Zumutung weil, der Borchert-Text ist tragisch und hoffnungslos und genau mit genau dieser Stimmung bin ich auch aus dem Stück rausgetaumelt. Aber er ist eben auch ein Geschenk, weil eben gerade heute wo dieses Thema der Kriegsheimkehrer plötzlich eben nicht nur die Geschichte vom Opa ist, da macht dieser Text, dieses Drama das wirklich nachfühlbar."

RadioEins

"Darstellung, Bühnenbild und Musik spielen hier geschickt zusammen, ohne dass es emotionalisierend wird; der Text wird weder der Lächerlichkeit preisgegeben noch unzulässig mit Botschaften aufgeladen. So kann er in all seiner Ambivalenz blühen."

Der Freitag