Gespenster

von Henrik Ibsen
Mi 25.11.
19:30 Uhr
Coming Soon
  • Diese Veranstaltung entfällt ersatzlos.
  • with English surtitles
Do 26.11.
19:30 Uhr
Coming Soon
  • Diese Veranstaltung entfällt ersatzlos.
Mi 23.12.
19:30 Uhr
Fr 25.12.
19:30 Uhr
Sa 26.12.
18:00 Uhr
Großes Haus
1 Std 30 Min
Keine Pause
Premiere
#BEgespenster

"Ich glaube fast, wir alle sind Gespenster. Nicht nur das, was wir von Vater und Mutter geerbt haben, spukt in uns herum. Auch alle möglichen mausetoten Anschauungen, Meinungen, alter Aberglaube und so weiter. Es lebt nicht in uns, aber es steckt doch in uns, und wir werden es nicht los. Das ganze Land muss voll sein von Gespenstern!“ -Henrik Ibsen

Es herrscht gespenstische Einsamkeit inmitten der Familie Alving. Das gefährlichste Gespenst in Ibsens Gegen-Stück zu "Nora" ist die Lebenslüge der Helene Alving, die ihr familiäres Korsett – im Gegensatz zu Nora – zu lange trägt. Tragisch muss sie erkennen, dass ihre Anpassung an die gesellschaftliche Doppelmoral letztlich auf die Opferung ihres einzigen Kindes hinausläuft. Denn Osvald, der die Wahrheit hinter der bürgerlichen Fassade nicht kennt, kann sich von seinem familiären Erbe nicht befreien. Unheilbar erkrankt – gleich einem Wiedergänger seines toten Vaters – bittet er ausgerechnet seine Mutter darum, sein junges Leben zu beenden. Die Geister, die wir rufen, werden wir nicht los, denn sie hausen in unserem unverstandenen Inneren.

Mateja Koležnik hat ihr künstlerisches Konzept mit  ihrem Team aufgrund der gegenwärtigen Realität von "Social Distancing" verändert. Raimund Orfeo Voigt und Leonie Wolf haben dafür ein Raumlabyrinth entworfen, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint und welches gleichzeitig spannungsvoll mit der größtmöglichen Distanz zwischen den Menschen spielt. Die Vereinsamung und die Undurchschaubarkeit der Gesamtdynamik für den Einzelnen verdichtet sich räumlich beklemmend. Kein Draußen in Sicht. Die Zuschauer*innen imaginieren die jeweiligen Begegnungen ähnlich wie beim Film per Schnitt und Gegenschnitt.

Die slowenische Theater- und Opern-Regisseurin Mateja Koležnik hat bereits vier Stücke von Ibsen inszeniert. Sie arbeitet regelmäßig in Wien, München, Frankfurt, Basel und Ljubljana. Koležnik gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen und inszenierte am Berliner Ensemble zuletzt die Deutsche Erstaufführung von Arne Lygres "Nichts von mir“.  

Besetzung & Regieteam

als Frau Helene Alving
als Osvald Alving
als Pastor Manders
als Tischler Engstrand
als Regine Engstrand
 

Pressestimmen

10 Pressestimmen

"Glasklar, beklemmend: Mateja Koležnik inszeniert am Berliner Ensemble Ibsens 'Gespenster' mit einer großartigen Corinna Kirchhoff."

Süddeutsche Zeitung

"Wie Mateja Koleznik ihre Figuren in die absolute Isolation sperrt, das macht das Drama erschütternd gegenwärtig. Ein Muss für jeden Theatergänger."

Berliner Morgenpost

"Man muss schon länger kramen im Gedächtnis, um auf eine ähnlich radikale, formstarke Inszenierung zu kommen, die wie Mateja Koležniks Ibsen-Klassiker nun so nah am Text bleibt und die Zuschaueraugen doch zugleich in eine Suchbewegung schickt, die alles immer ganz und gar befremdlich hält."

Berliner Zeitung

"Ein ebenso düsteres wie aufregendes Theatererlebnis!"

3sat Kulturzeit

"Ein Tableau, das in seiner finsteren Ausleuchtung mitunter wirkt, als habe Rembrandt seinen Pinsel angesetzt."

Nachtkritik

"Dieser Ibsen trifft einen Nerv."

Tagesspiegel

"Corinna Kirchhoff als zuchtmeisterliche Hausherrin Alving hat ganz große, streckenweise komische Momente, in denen noch die Reste von Lebensfreude aufblitzen, von denen im Stück so viel die Rede ist. Überhaupt ist sie eine Lichtfigur des Abends, die ihrer altmodischen Strenge ein Strahlen und Funken der Freiheit abringt."

taz

"Die slowenische Regisseurin hat den Klassiker aber dennoch radikal aktualisiert: indem sie die kollektive Lockdown-Erfahrung 'Bleibt zuhause' auf das Stück überträgt – und ihm gleichsam Social Distancing verordnet. Das ist sehr eindringlich. Und während man das eigene Eingesperrtsein vor ein paar Monaten sehr belastend fand, auf der Bühne wird das zu einem großartigen Abend."

Berliner Morgenpost

"Die von Raimund Orfeo Voigt und Leonie Wolf gestaltete Bühne ist wie ein Kabinett des Horrors, ein lichtarmes Gewirr aus Gängen, das sich wie beim vor Jahren beliebten Brettspiel 'Das verrückte Labyrinth' aus drehbaren Bühnenelementen Szene für Szene neu zusammensetzt."

Neues Deutschland

"Vielmehr feiert dieser Abend in seiner räumlichen Gleichzeitigkeit konträrer Sichten das Theater auf unheimliche Weise neu."

Berliner Zeitung
 

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