Herr Puntila und sein Knecht Matti

Von Bertolt Brecht

Aktuell keine Termine.

Großes Haus
Premiere
#BEpuntila

Der Gutshofbesitzer Puntila leidet, denn seine Macht und sein Besitz lassen ihn allein zurück. Darum betrinkt er sich und überhäuft seine Angestellten im Rausch mit Zuneigungen und den Versprechen besserer Arbeitsbedingungen; sein Knecht Matti, ein "guter Mensch", solle seine Tochter Eva heiraten, nicht irgendein wohlhabender Attaché. Doch dann: immer wieder der nächste Morgen, Nüchternheit, vergessen alles Gelobte – es regiert das Kapital und die Herrschsucht seiner Klasse. Und alle spielen dieses Spiel mit, aus Hoffnung auf eine bessere Welt. Aber Puntila ist nicht ernst zu nehmen, weil er es nicht ernst, sondern besoffen meint und so muss auch die gesellschaftliche Hoffnung, die in der kapitalistischen Ordnung auf die Güte der Besitzenden rechnet, wie ein Rausch verfliegen.

Bertolt Brechts Komödie "Herr Puntila und sein Knecht Matti" (1940/41) führt den vergeblichen Glauben an die Reformfähigkeit des „gütigen Kapitalisten“ vor Augen. „Wer wen?“, fragt Matti am Ende und bringt damit die politischen Fragen Brechts auf den Punkt: Wer bekämpft wen, wer nutzt wen aus, wer stürzt wen? Für Brecht bleiben die gemeinsamen Interessen der Menschlichkeit in einer Welt, in der einige wenige von der Arbeit vieler profitieren, eine Illusion. Was es brauche, seien vielmehr Verantwortung für die eigenen Umstände – und Revolution.

 

Die österreichisch-bulgarische Regisseurin CHRISTINA TSCHARYISKI war mit ihren Arbeiten mehrfach zum Radikal jung Festival in München eingeladen. Mit ihrer vierten Inszenierung am Berliner Ensemble setzt sie nach Brechts "Die Mutter" (2021) und Elfriede Jelineks "Schwarzwasser" (2021) ihre Auseinandersetzung mit den politischen Verhältnissen fort.

Besetzung & Regieteam

Mit freundlicher Unterstützung durch die Freund:innen des Berliner Ensembles

Medienpartner