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Medea

von Euripides
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Jason hat Medea verlassen; ihr und den Kindern droht Verbannung. Durch die neue Heirat mit der Tochter Kreons erhält Jason das definitive Bleiberecht und eine sozial und wirtschaftlich gesicherte Stellung. Zutiefst verletzt von diesem Verrat, gnadenlos verstört ob Jasons schamloser Missachtung von Ehebund und Treueeid, entwirft Medea einen grausamen Racheplan. Aus maßloser Liebe wird maßloser Zorn: Medea beschließt, die gemeinsamen Kinder zu töten. Was kann ein Mensch alles aufgeben, was kann ihm alles genommen werden, bevor er gnadenlos um sich schlägt? 

Die Inszenierung wurde 2013 zum Berliner Theatertreffen eingeladen und Constanze Becker erhielt für ihre Darstellung der Medea den deutschen Theaterpreis "Der Faust" als beste Schauspielerin.

Medea. Kaum ein Name evoziert gleichzeitig so viel Faszination und Schrecken. Kein antiker Stoff hat über die Jahrhunderte hinweg zu so vielen Deutungen und Bearbeitungen Anlass gegeben wie der Medea-Mythos, der in der Version des Tragödiendichters Euripides 431 v. Chr. uraufgeführt wurde. Als umstrittene Täterin und maßlos gedemütigtes Opfer, als leidenschaftlich Liebende und gnadenlose Rächerin ist Medea eine ambivalente Bezugsfigur geblieben.

Mit Medea, der Mehrfachmörderin, die aus Rache an ihrem Mann ihre eigenen Kinder umbringt, gestaltet Euripides gleichzeitig eine Frauenfigur, die ihre Umgebung durch Intellektualität, Schönheit, rhetorische Kraft und kämpferische Entschiedenheit weit überragt. Sie verhilft Jason zu seinem Erfolg als griechischer Held. Sie weiß um die Geheimnisse der Fruchtbarkeit von Mann und Frau. Sie bringt Tod und Zerstörung. Medea verrät und vernichtet ihre Herkunftsfamilie in Kolchis, als sie Jason hilft, das goldene Vlies nach Griechenland zu bringen. Auf die radikalste Weise bricht sie alle Brücken ab, um ihrem Geliebten in sein Land zu folgen und um ein anderes Leben zu führen – als Jasons Frau, Mutter zweier Kinder. In Korinth, wo sie mit ihrer neuen Familie lebt, gilt sie als Fremde. 

Nun will Jason sie verlassen, um die Königstochter zu heiraten. Kreon, Herrscher von Korinth, schickt Medea mit den Kindern in die Verbannung. Damit ist sie kurz davor, alles zu verlieren. Fast. Nicht bereit, dies als Schicksalsschlag einfach hinzunehmen, setzt Medea Schritt für Schritt einen Racheplan in Gang, der sich in letzter Konsequenz, gipfelnd im Kindermord, gleichermaßen gegen ihre Feinde wie auch gegen sich selbst wendet. Gewaltsam und unerbittlich klagt sie ein, was ihr ihrer Ansicht nach zu Unrecht genommen bzw. verweigert wird. In dem blutigen Ende der Tragödie, in dem Mord an ihren Kindern, fällt die einstige Unterscheidung zwischen Freund und Feind, Eigenem und Fremdem. Nach ihrer grauenerregenden Tat zieht Medea nach Athen. Der bis dahin kinderlos gebliebene König Aigeus ist bereit, ihr Asyl zu gewähren, da sie ihm Nachwuchs verspricht.

Medea erscheint so als höchst ambivalente Figur der exzessiven Überschreitung – eine bis heute beunruhigende, unheimliche Kraft, die alte Ordnungen zerstört und neue begründet.

von Sibylle Baschung

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Pressestimmen

Pressestimmen

"So, wie sie den Kopf hoch trägt, wird das ein ungeheures neues Drama. Das alte hat sie wundertoll ins Herz getroffen. Jubel. Ovationen. Theaterglück."Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Produktiv beunruhigt entlässt 'Medea' ihr Publikum aus einem Abend, der nicht anders zu nennen ist als – groß."Die Zeit

"Constanze Becker in der Titelrolle ist ein Ereignis."3sat Kulturzeit

"Michael Thalheimer ist der Meister der psychologischen Raumdehnung, er ist imstande, die Personen der Handlung Dutzende Meter von einander entfernt aufzustellen und trotzdem oder eben darum äußerste, ambivalente, aus Hass und Liebe gemischte Nähe zu erzeugen. Das Publikum verfolgt das Geschehen mit atemloser Spannung."Die Welt

"Thalheimer setzt Medea überwältigend in Szene."taz