Neue Stücke und ein neues Haus

Das Programm der Spielzeit 2019/20 am Berliner Ensemble

Das Berliner Ensemble startet am 16. August mit der Premiere von "Felix Krull" nach Thomas Mann in die dritte Spielzeit unter Intendant Oliver Reese. Im Zentrum der Spielzeit 2019/20 steht die Eröffnung zwei neuer Spielstätten: Ab 20. September wird die Neueröffnung des Neuen Hauses und des Werkraums mit einem Festwochenende gefeiert.

Zeitgenössische Stücke prägen neben der Beschäftigung mit Bertolt Brecht weiterhin den Spielplan des Berliner Ensembles: Zwei Drittel aller Premieren sind von lebenden Autorinnen und Autoren verfasst, darunter auch neue Stücke aus dem Autoren-Programm.

Oliver Reese: "Gegenwart ist weiterhin unser Programm, die Auseinandersetzung mit großen aktuellen Themen bestimmt nach wie vor unseren Spielplan. Wir suchen weiterhin große Texte und Stoffe für die Bühne und wollen auch in Zukunft etwas riskieren und uns und diese wirre Zeit mit unserer Theaterarbeit selbst hinterfragen. Deshalb setzen wir auf thematische und ästhetische Vielfalt ebenso wie auf Kontinuitäten mit unseren Regisseurinnen und Regisseuren sowie auf das anerkannt starke Ensemble."

Weitere Informationen zur Spielzeit 2019/20 finden Sie auch in unserem Spielzeitheft, das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können.

 

NEUER SPIELRAUM: NEUERÖFFNUNGSWOCHENENDE VOM 20. BIS 22. SEPTEMBER

Zu Beginn der nächsten Saison erhält das Berliner Ensemble erstmals in seiner Geschichte eine voll ausgestattete zweite Spielstätte, das Neue Haus. Zur Eröffnung am 20. September setzt Karen Breece sich dort in ihrer dokumentarischen Inszenierung "Mütter und Söhne" mit rechtem Denken und rechter Gewalt auseinander. Mit dem Werkraum im selben Gebäude gibt es einen zusätzlichen Ort für begleitende Formate wie Workshops, Streitgespräche, Thementage, Lesungen und improvisierte Formate jenseits des Repertoirebetriebs.

Am Neueröffnungswochenende vom 20. bis 22. September gibt es einen Thementag unter dem Titel "Rechtes Denken" begleitend zur Uraufführung von Karen Breece, eine Eröffnungsparty und ein Hoffest zum Abschluss am 22. September.

Außerdem präsentieren im Neuen Haus die niederländische Regisseurin Stephanie van Batum und der belgische Autor-Regisseur Stef Lernous ihre ersten Arbeiten in Berlin: Van Batum entwirft mit der Uraufführung "Pussy" eine "Ode an die Männlichkeit" und Stef Lernous inszeniert mit "Ubu Rex" seine Überschreibung des weltberühmtem Stücks "König Ubu" von Alfred Jarry. Alexander Eisenach, der ebenfalls seine eigenen Texte schreibt, beschäftigt sich in "Stunde der Hochstapler" mit den Fake-Phänomenen zeitgenössischer Eigen-PR.

 

Schwerpunkte: Brecht und die Auseinandersetzung mit Vertreibung, Ausgrenzung und Vergänglichkeit

Ein Schwerpunkt des Spielplans mit insgesamt 14 Premieren – darunter sieben Uraufführungen –  bleibt die Suche nach einer zeitgenössischen Interpretation der Stücke von Bertolt Brecht: In seiner zweiten Inszenierung am Berliner Ensemble wird Regisseur Ersan Mondtag Brechts "Baal" mit Stefanie Reinsperger in der Titelrolle zum Beginn der Spielzeit inszenieren. Und zum Abschluss der Saison beschäftigt sich Bernhard Mikeska mit Ruth Berlau, einer Mitarbeiterin und langjährigen Gefährtin Bertolt Brechts: In "Berlau :: Königreich der Geister" begeben sich die Zuschauerinnen und Zuschauer in eine szenische 360° Installation und kommen Ruth Berlau und Bertolt Brecht live wie virtuell sehr nahe.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit den Themen Vertreibung, Ausgrenzung und der Angst vor der Vergänglichkeit: Olga Grjasnowas erstes Stück "Gott ist nicht schüchtern", das im Rahmen des Autoren-Programms entstanden ist, erzählt von zwei Lebens- und Fluchtgeschichten, und Hausregisseur Michael Thalheimer untersucht mit Karl Schönherrs wuchtigem Stück über Religionskampf "Glaube und Heimat" sowie mit Fassbinders "Katzelmacher" Mechanismen der Ausgrenzung. Außerdem werden sich Intendant Oliver Reese mit der Uraufführung von Ferdinand von Schirachs zweitem Theaterstück "Gott" und Regisseur Robert Borgmann mit der Dramatisierung von Michel Houellebecqs "Die Möglichkeit einer Insel" mit Geboten und Grenzen des ewigen Lebens und des Sterbens beschäftigen.

 

STARKE REGIEHANDSCHRIFTEN: ANDREA BRETH UND FRANK CASTORF

Nach über zehn Jahren wird Andrea Breth erstmals wieder Schauspiel in Berlin inszenieren. Sie kehrt mit der Komödie "Drei Mal Leben" von Yasmina Reza zurück ans Berliner Ensemble. Frank Castorf inszeniert in Berlin weiterhin Schauspiel exklusiv am Berliner Ensemble. Er wird mit Erich Kästners "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" einen der großen Berlin-Romane auf die BE-Bühne bringen.

 

"WIR SIND DAS BERLINER ENSEMBLE": NEUES SPIELZEITHEFT

Neu im Ensemble ist die Schauspielerin Cynthia Micas, die nach Berlin zurückkehrt, sowie Marc Oliver Schulze, der nach Engagements am Münchner Residenztheater, am Schauspielhaus Bochum und am Schauspiel Frankfurt zum ersten Mal fest in Berlin engagiert ist. Daneben kommen mit Laura Balzer und Jonathan Kempf zwei Nachwuchstalente von der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch direkt ins Ensemble.

"Wir sind das Berliner Ensemble": Im Zentrum des neuen Spielzeitheftes, das ab heute am Berliner Ensemble ausliegt, stehen neben den Schauspielerinnen und Schauspielern zum ersten Mal alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die der französische Fotograf Maxime Ballesteros im ganzen Haus vor und hinter der Bühne fotografiert hat.

Hier finden Sie eine Übersicht über alle Premieren der Spielzeit 2019/20. Weitere Informationen zu den einzelnen Inszenierungen finden Sie auch in unserem Spielzeitheft, das Sie hier herunterladen (PDF) oder hier direkt online durchblättern können. Sie wollen Ihr eigenes Exemplar unseres Spielzeitheftes? Schreiben Sie uns dazu eine E-Mail an besucherservice@berliner-ensemble.de mit Angabe Ihrer Postadresse, gerne schicken wir Ihnen kostenlos ein Heft per Post (nur innerhalb Deutschlands möglich).