Baal

von Bertolt Brecht
in einer Fassung von Clara Topic-Matutin
Fr 20.09.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
Sa 21.09.
19:30 Uhr
Sa 12.10.
19:30 Uhr
  • 19.00 Uhr Einführung im Großen Salon, anschl. Publikumsgespräch
So 13.10.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
Großes Haus
3 Std
1 Pause
Premiere
#BEbaal

Bertolt Brechts expressive Bühnenballade "Baal", benannt nach dem syrischen Fruchtbarkeitsgott, dessen Abbild in der Augsburger Dachkammer des frühreifen Stückeschreibers über dem Bett hing, erzählt vom Leben eines Künstlers – irrlichternd zwischen Genie und Wahnsinn. Von panischem Glücksverlangen besessen lebt Baal ein Leben, ganz im Zeichen der Kunst, das zwischen Rausch und Absturz wenig (Zwischen-)Menschlichem Raum lässt. Verhalten und Lebensweg Baals verstoßen gegen die moralischen und sozialen Normen seiner Zeit – und nicht nur dieser.

Die Figur Baal kann sinnbildlich für eine Gesellschaft gelesen werden, in der die Bedeutung des Individuums den Wert der Gemeinschaft gesprengt hat und Solidarität nur noch ein lästiges Schlagwort alter Tage ist.

"Die Lebenskunst Baals", erläutert Brecht 1954, "teilt das Geschick aller anderen Künste im Kapitalismus: sie wird befehdet. Er ist asozial, aber in einer asozialen Gesellschaft."

Heutzutage stellt sich die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Menschen neu. Die Frage nach Respekt und Solidarität, nach der Möglichkeit und Notwendigkeit einer Begegnung auf Augenhöhe von Mensch zu Mensch. Ein Frage, mit der sich Regisseur Ersan Mondtag in seiner Interpretation des Stoffes auseinandersetzen will.

Besetzung & Regieteam

als Johannes, Mutter
als Eckart
als Mech, Hauswirtin, Gendarm 1
als Emilie Mech, Der Klavierspieler, Gendarm 2
als Pschierer, Lupu, Watzmann
als Dr. Piller, Doktor
als Kellnerin Luise, Der Geistliche
als Amtsbote, Die jüngere Schwester
als Kellnerin Marie, Sophie
als Die ältere Schwester, Ein junges Weib, Soubrette
als Horgauer, John
 

Pressestimmen

10 Pressestimmen

"Dieser 'Baal' ist ein Triumph für Stefanie Reinsperger."

Berliner Morgenpost

"Die grandiose Stefanie Reinsperger gibt diesem 'Urtier' Baal (…) die Gnade der virtuos gebrochenen Perspektive. Ist Baal schon bei Brecht nicht mehr zu bremsen, so ist er in ihrer raffiniert-rabiaten Darstellung gar nicht mehr zu fassen: Eine phänomenale Leistung über die Geschlechtergrenzen hinweg."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Das beste Bühnen-Scheusal, das derzeit zu haben ist: Stefanie Reinsperger spielt den 'Baal' in der Inszenierung des Grusel-Experten Ersan Mondtag am Berliner Ensemble."

Süddeutsche Zeitung

"Baals Elend, sein Ausscheiden aus der Gesellschaft wird hier mit konsequenter Künstlichkeit und Vieldeutigkeit in die Magengrube der Zuschauer geschlagen. 'Nichts versteht man. Aber manches fühlt man', sagt Baal. Und wie!"

RBB 24

"Ein Caligari-Kabinett hat Ersan Mondtag hier errichtet und wie im berühmten Filmvorbild gelingt es dem bilderstarken Regisseur, die Raumwirkungen der Bühne und die Körper seiner Akteure in die zweidimensionale Flächigkeit der Malerei zu übertragen. So als stünde dem Publikum da gar nicht die Physis und Körperlichkeit des Theaters vor Augen."

Deutschlandfunk

"Regisseur Ersan Mondtag inszeniert die Geschichte wie einen Fantasyfilm von Tim Burton."

dpa

"Eva Jantschitsch aka Gustav hat Baals Balladen, mit denen Brecht seinen zwischen 1918 und 1955 zigfach umgeschriebenen Text durchschoss, zu so eingängigen wie Weill'sch angeschrägten Songs komponiert. Stefanie Reinsperger und einmal auch Owen Peter Read interpretieren sie fabelhaft."

Nachtkritik

"In dieser Aufführung bekommt man mehr Gänsehaut als in jeder Geisterbahn. (...) Würde man noch mal reingehen? Auf keinen Fall. Dafür war es zu gut."

Süddeutsche Zeitung

"Stefanie Reinsperger spielt Baal mit genau der Wucht, die man erwarten durfte. Die Grundtextur ihrer Figurengestaltung ist die Überheblichkeit, unterstrichen durch das Wienerische, das sie hier in prächtigster Arroganz zum Strahlen bringt. Sie kehrt die Großkotzigkeit Baals lustvoll hervor, wechselt blitzschnell die Tonlagen (...)."

RBB 24

"Die männliche Hauptrolle mit einer Schauspielerin zu besetzen, ist nicht mehr wahnsinnig revolutionär, aber gerade in diesem Fall eine sehr gute Wahl. Ein Mann, der Misogynes von sich gibt: Dagegen sind wir (erschreckenderweise) abgestumpft. Doch wenn Reinsperger Baals ekelhaft-frauenfeindliche Aussagen im Wiener Schmäh herausrotzt, stehen sie in ihrer vollen Ekelpracht im Raum. Der Macho ist eben auf seine normativ-mannhafte Wirkung angewiesen."

Die Welt

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