Glaube und Heimat

von Karl Schönherr

Etwas Geduld

Weitere Termine folgen bald.

Großes Haus
Premiere
#BEglaube

Eigentlich müsste der titel "Glaube oder Heimat" lauten, besteht doch der zentrale Konflikt im Stück eben darin, dass sich beides ausschließt bzw. mit Macht als etwas sich Ausschließendes und Unveränderbares definiert wird. Das Drama handelt von der gewaltsamen Vertreibung der sich ihrer Zwangsbekehrung widersetzenden protestantischen Bevölkerung zur Zeit der Gegenreformation. Durch eine brutale Hetzjagd gebrandmarkt, werden Menschen vor die unerbittliche Wahl gestellt, sich dem Willen der Obrigkeit zu unterwerfen oder ihr Zuhause und das meiste, was sie besitzen, zurückzulassen. Vor diesem Hintergrund zerreißen Beziehungen sowohl innerhalb der Nachbarschaft als auch innerhalb der Familie Rott, die im Zentrum der Geschichte steht. Sind die einen bereit, für die Freiheit alles aufzugeben, was sie bindet – Eigentum, Menschen, das Leben selbst – schwören andere ihrer Überzeugung ab, in der Hoffnung, ihr Leben in vertrauter Weise weiterführen zu können: ein Pyrrhussieg. Währenddessen verstehen es einige "Rechtgläubige" schnell, Profit aus der Situation zu schlagen, indem sie den Auswandernden für wenig Geld Haus und Hof abjagen.
Karl Schönherr, der 1943 in Wien verstorbene Schriftsteller und Arzt, lässt diese Geschichte über Ausgrenzung und Vertreibung in dem bäuerlichen Milieu des 16. Jahrhunderts spielen, was zunächst etwas befremdlich anmuten mag. Angesichts der Tatsache aber, dass die häufigsten Fluchtursachen heutzutage weltweit meist Bürger- und Glaubenskriege sind, lässt sich feststellen, dass dieses Drama seit seiner Uraufführung 1910 nichts von seiner beklemmenden Brisanz verloren hat. Hausregisseur Michael Thalheimer wird dieses apokalyptische Szenario inszenieren.

Besetzung & Regieteam

als Alt-Rott, sein Vater
als Der Spatz, sein Sohn
als Peter Rott, sein Bruder
als Sandperger zu Leithen
als Englbauer von der Au
als Die Mutter der Rottin
als Unteregger, Schwager der Rottin
als Ein Reiter des Kaisers
als Bader, Schreiber

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