Zweite Spielzeithälfte 2021/22 am Berliner Ensemble

In der zweiten Spielzeithälfte stehen am Berliner Ensemble von Anfang Januar bis Ende Juni 2022 insgesamt zehn Premieren auf dem Spielplan, darunter drei Uraufführungen. Regie führen u.a. Lena Brasch, Robert Borgmann, Michael Thalheimer, Robert Schuster, Kay Voges und Suse Wächter.

Das Berliner Ensemble startet mit der Premiere von "It’s Britney, Bitch!" am 7. Januar ins neue Jahr. Lena Brasch inszeniert diesen Soloabend von und mit Sina Martens im Werkraum. Am 14. Januar folgt im Großen Haus Oliver Reeses Inszenierung von "Mein Name sei Gantenbein" von Max Frisch mit Matthias Brandt, der zum ersten Mal am Berliner Ensemble in einer Neuproduktion zu sehen sein wird und mit dieser Inszenierung nach 20 Jahren auf die Theaterbühne zurückkehrt.

 

Premieren im Großen Haus

Michael Thalheimer inszeniert Wolfgang Borcherts Nachkriegsdrama "Draußen vor der Tür" und bringt das "Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will", wie Borchert es selbst bezeichnete, ab 25. März mit Kathrin Wehlisch als Beckmann auf die große Bühne.

Am 28. April folgt im Großen Haus August Strindbergs "Totentanz" in der Regie von Kay Voges, seit dieser Spielzeit Intendant des Wiener Volkstheaters. Voges, der am Berliner Ensemble zuletzt "Die Parallelwelt" als Simultanaufführung mit dem Schauspiel Dortmund inszenierte, macht sich mit dieser Inszenierung auf die Suche nach dem absurden Humor in den Abgründen von Abhängigkeit, Selbstbehauptung und Vergänglichkeit in Strindbergs Beziehungsdrama. Es spielen Claude De Demo, Gerrit Jansen und Marc Oliver Schulze.

 

Premieren im Neuen Haus

Robert Schuster, der erstmals am Berliner Ensemble arbeitet, inszeniert im Neuen Haus Wajdi Mouawads Erfolgsstück "Vögel" mit einem mehrsprachigen, internationalen Ensemble. Der frankokanadische Autor, Schauspieler und Regisseur Mouawad hat mit dem viersprachigen Stück "Vögel" eine gewaltige und poetische Erzählung verfasst, die den Nahostkonflikt genauso in den Blick nimmt wie die Themen Identität, Schuld und die ungestillte Sehnsucht sich davon frei zu machen. Premiere ist am 29. Januar.

Aus einem eindrucksvollen Vorsprechen der Schauspielerin Lili Epply am Berliner Ensemble entsteht eine Inszenierung. Sarah Viktoria Frick, bekannt als Schauspielerin am Wiener Burgtheater, hat den Monolog mit Epply erarbeitet und führt Regie. Assoziativ geht die Inszenierung mit dem berühmten, abgebrochenen Monolog der Schauspielerin Nina in Tschechows "Die Möwe" um. Der neue Text entsteht in der gemeinsamen Probenarbeit, federführend ist die Berliner Autorin und Schauspielerin Anne Kulbatzki. Uraufführung von Möwe ist am 4. Februar im Neuen Haus.

Am 22. April ist im Neuen Haus Premiere von Sarah Kanes "Phaidras Liebe" in der Regie von Robert Borgmann mit Stefanie Reinsperger und Paul Zichner. Für Kanes eindringliches Werk, in dem sie den antiken "Phaidra-Mythos" radikal dekonstruiert und mit abgründigem Humor auf die Postmoderne zuspitzt, wird Borgmann ausgehend von der ausgeprägten Musikalität der Sprache Kanes gemeinsam mit der Künstlerin Nazanin Noori Musik zum Text komponieren und auch live performen.

Das Theaterkollektiv RAUM+ZEIT, das während des Lockdowns für das Berliner Ensemble den Audiowalk "Brecht stirbt" entwickelt hat, zeigt ab dem 5. Mai im Werkraum unter dem Titel "Berlau :: Königreich der Geister" eine VR-Installation und Live-Performance über Ruth Berlau – Fotografin, Autorin und langjährige Mitarbeiterin Bertolt Brechts. Ausgestattet mit einer VR-Brille begeben sich die Zuschauer:innen alleine in die Installation und erleben ein Zusammenspiel aus digitalen Medien und dem Live-Spiel der drei Protagonistinnen. Die Premiere war bereits für die Spielzeit 2019/20 geplant und musste pandemiebedingt bereits mehrmals verschoben werden.

 

Hof-Theater und Pop-Up

Auch in diesem Sommer wird es am Berliner Ensemble wieder Open-Air Veranstaltungen im neu fertiggestellten Innenhof geben. Die Puppenspielerin Suse Wächter erarbeitet eigens für das Hof-Theater ein neues Stück: In "Brechts Gespenster" wird der Hausgott Brecht von den zahllosen Gespenstern heimgesucht, die er in seinem langen Exil und bei seiner Widerkehr an sein geliebtes Theater am Schiffbauerdamm getroffen hat. Die Uraufführung ist am 26. Mai.

Seit der Spielzeit 2019/20 hat das Ensemble mit dem Werkraum einen Spielraum für Experimente und Performances, die unter dem Titel Pop-Up zu sehen sind. Ensemblemitglied Jonathan Kempf zeigt dort einen eigenen Abend und steht zusammen mit Laura Balzer und Peter Moltzen auf der Bühne. In "Nie wieder Tipico" hinterfragt ein Paar den Zustand der eigenen Beziehung, Premiere ist am 3. Februar.

Premierenübersicht
 

"It's Britney Bitch!"
mit Texten von Laura Dabelstein, Miriam Davoudvandi, Fikri Anıl Altıntaş und Lena Brasch
von Sina Martens & Lena Brasch
Premiere: 7. Januar 2022
Werkraum

 

"Mein Name sei Gantenbein"
von Max Frisch
Regie: Oliver Reese
Premiere: 14. Januar 2022
Großes Haus

 

"Vögel"
von Wajdi Mouawad
Regie: Robert Schuster
Premiere: 29. Januar 2022
Neues Haus

 

"Nie wieder Tipico"
POP-UP
von Jonathan Kempf
Premiere: 3. Februar 2022
Werkraum

 

"Möwe"
von Frick/Epply/Kulbatzki
Regie: Sarah Viktoria Frick
Uraufführung: 4. Februar 2022
Neues Haus

 

"Neue ungehaltene Reden ungehaltener Frauen"
POP-UP
Mit Texten von Selma Matter, Miriam Miedler, Hannah Perleth, Marie-Alice Schultz und Paula Thielecke
Regie: Simon Klösener
Premiere: 6. März 2022
Werkraum

 

"Draussen vor der Tür"
von Wolfgang Borchert
Regie: Michael Thalheimer
Premiere: 25. März 2022
Großes Haus

 

"Phaidras Liebe"
von Sarah Kane
Regie: Robert Borgmann
Premiere: 22. April 2022
Neues Haus

 

"Totentanz"
von August Strindberg
Regie: Kay Voges
Premiere: 28. April 2022
Großes Haus

 

"Berlau :: Königreich der Geister"
von Raum+Zeit (Male Günther, Lothar Kittstein und Bernhard Mikeska)
Uraufführung: 5. Mai 2022
Neues Haus

 

"Brechts Gespenster"
von und mit Suse Wächter
Uraufführung: 26. Mai 2022
Hof-Theater