Die Dreigroschenoper

Von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann
nach John Gay’s Beggar’s Opera
Mi 11.08.
19:30 Uhr
Coming Soon
  • Voraufführung (exklusiv für Abonnent:innen, BE-Card-Inhaber:innen und Mitglieder des Freundeskreises)
Do 12.08.
19:30 Uhr
Coming Soon
  • Voraufführung (exklusiv für Abonnent:innen, BE-Card-Inhaber:innen und Mitglieder des Freundeskreises)
Fr 13.08.
19:30 Uhr
Sa 14.08.
19:30 Uhr
  • anschl. Publikumsgespräch mit Barrie Kosky und Ensemble
  • with English surtitles
So 15.08.
18:00 Uhr
  • with English surtitles
Fr 20.08.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
Sa 21.08.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
So 22.08.
18:00 Uhr
  • with English surtitles
Fr 03.09.
19:30 Uhr
  • 17:00 Uhr Workshop
  • with English surtitles
Sa 04.09.
19:30 Uhr
  • with English surtitles
Großes Haus

Mit ihren legendären Songs und einer ebenso unverschämt wie klug im Hinblick auf Sozialkritik umgearbeiteten, im Kern trivialen Geschichte um Liebe, Verrat, Geschäft und Moral wurde die 1928 an diesem Theater uraufgeführte "Dreigroschenoper" über Nacht zu einem weltweiten Überraschungshit. "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral", lauten die berühmten Zeilen – doch wer im Wohlstand lebt, lebt zwar angenehm, ist aber noch lange nicht gut. So haben Mackie Messer, Peachum und Co notgedrungen vor allem ihren eigenen materiellen Vorteil im Blick und betreiben einen erheblichen theatralen Aufwand, um ihn ohne Skrupel durchzusetzen und gleichzeitig genau das zu verschleiern oder gar zu beschönigen. Denn wer wäre nicht gern gut?
 
In Barrie Koskys Lesart wird die "Dreigroschenoper" zu einer Großstadtballade über Menschen, die in einer funktionalen, nüchternen Welt ihr Glück suchen. Das würde zunächst damit beginnen, dass man nicht ständig befürchten muss, übervorteilt zu werden oder zu kurz zu kommen. Doch eben das ist in der Welt, die Brecht beschreibt, nicht der Fall. Im Gegenteil. Die Angst vor dem Absturz lauert im System, das keine Regeln, sondern nur Gewinner:innen oder Verlierer:innen kennt: Zerrspiegel des totalen Kapitalismus. So sind es bei Brecht nicht menschliche Untugenden, die gesellschaftliche Missstände erzeugen, sondern umgekehrt. Um daraus jedoch entsprechende Schlüsse zu ziehen und an den Verhältnissen grundsätzlich etwas zu ändern, sind die Figuren zu sehr damit beschäftigt, anderen und sich selbst etwas vorzuspielen. Gespielt wird mit gängigen, bis zum Klischee geronnenen Vorstellungen von der einmaligen Liebe als romantische Zweierbeziehung, mit Ideen von ewiger Freundschaft, von familiärer Fürsorge und von Mitleid als unabdingbare Voraussetzung für den Kampf gegen Unrecht; mit Versatzstücken aus dem Melodram, aus moralischen Rührstücken, aus Groschenromanen, aus dem Singspiel, der Oper, der Operette und vielem mehr. Die Autoren haben sich damit einerseits einen großen theatralen Spaß erlaubt und gleichzeitig erzeugt dieser ganze falsche Schein viel Einsamkeit, in manchen Fällen vielleicht so etwas wie "splendid isolation", in anderen führt der Weg eher ins Dunkel, in all die gesellschaftlichen Bereiche, die ausgeschlossen werden. Brecht gelingt das Kunststück, über soziale Kälte zu erzählen, ohne die Figuren herzlos erscheinen zu lassen. Ihr Verlangen nach Sicherheit, Nähe und Verbindlichkeit bleibt vor allem dadurch präsent, dass es sich nicht erfüllt – und durch die unvergessliche Musik von Kurt Weill.
 
Barrie Kosky, dem Berliner Publikum als Chefregisseur und Intendant der Komischen Oper bekannt, übernimmt die fünfte Neuinszenierung der Dreigroschenoper an diesem Theater. Er hat sich unter anderem auch mit seiner Lust an zeitgenössischer und frecher Unterhaltung einen Namen gemacht. Kosky gehört zu den gefragtesten Opernregisseure der Gegenwart. Engagements führten ihn rund um die Welt. Unter der Intendanz von Oliver Reese inszenierte er auch Schauspiel am Deutschen Theater sowie am Schauspiel Frankfurt.

Besetzung & Regieteam

als Mackie Messer
als Polly Peachum
als Jonathan J. Peachum
als Celia Peachum
als Tiger-Brown
als Lucy Brown
als Spelunken-Jenny
als Der Mond über Soho
als Bandit/Hure
als Bandit/Hure
als Bandit/Hure
als Filch/Smith/Bandit und Hure
als Filch/Smith/Bandit und Hure
als Filch/Smith/Bandit und Hure
als Mond über Soho (Double)

Förderer